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Auszeichnung : Elfriede Jelinek wird mit „Macht nichts“ Dramatikerin des Jahres

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Vielfach ausgezeichnet: Elfriede Jelinek Bild: dpa

Mit ihrem Stück "Macht nichts" ist die österreichische Autorin Elfriede Jelinek in Mühlheim an der Ruhr zur Dramatikerin des Jahres gekürt worden.

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          Elfriede Jelinek ist bei den 27. Mülheimer Theatertagen mit ihrem Stück „Macht nichts“ zur Dramatikerin des Jahres gekürt worden. Die sechs Mitglieder der Jury entschieden sich in der Nacht zum Donnerstag in Mülheim an der Ruhr für das Stück der österreichischen Autorin. Im „Stücke“-Wettbewerb hatten sieben Werke konkurriert. Jelinek untersucht in „Macht nichts“ erneut den Fortbestand nazistischer Strukturen im Denken und Fühlen der Gegenwart. Der Mülheimer Dramatikerpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

          Im ersten Part ihres Dreiteilers, „Erlkönigin“, wird der Leichnam einer berühmten Schauspielerin einem alten Brauch entsprechend drei Mal um das Wiener Burgtheater getragen. Jelinek erweckt die berühmte Schauspielerin, die sie einer Persönlichkeit der Zeitgeschichte nachgebildet hat, noch einmal zum Leben: Obwohl sie den Nationalsozialisten diente, nie etwas bereute, kaum etwas begriff von der Rolle, die sie spielte, wird sie weiter von ihrem Publikum geliebt und verehrt, bis über ihren Tod hinaus. Diese Kontinuität ist das Skandalon, gegen das Elfriede Jelinek anschreibt.

          Es ist das erste Mal, dass die Mülheimer Theatertage Jelinek auszeichnen, die schon häufig teilgenommen hat. Mehrere Juroren betonten, dass die Größe des Sujets eine entscheidende Rolle spiele. Bei den meisten jungen Autoren sei dies jedoch zu vermissen. Dennoch zollte die Jury auch Jelineks Mitbewerbern Anerkennung. Roland Schimmelpfennig erntete viel Lob für sein Stück „Push up 1-3“. Darin attackiert er die Konkurrenzgesellschaft, die bis zur Selbstzerstörung geht.

          Das Mülheimer Publikum, dessen Votum in einem komplizierten Verfahren ermittelt wird, entschied sich für Gesine Danckwarts „Täglich Brot“, dass wie „Push up 1-3“ eine szenische Untersuchung der pathologischen Seite der alltäglichen Wettbewerbssituation ist. In diesem Jahr soll das prämierte Stück erstmals bei den Salzburger Festspielen aufgeführt werden.

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