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Auszeichnung : Deutscher Film erhält in Locarno Goldenen Leoparden

  • Aktualisiert am

Überraschungssieger: Iain Dilthey, Regisseur von „Das Verlangen” Bild: AP

Mit einer Sensation sind die Internationalen Filmfestspiele von Locarno zu Ende gegangen: Den Wettbewerb gewann der deutsche Film „Das Verlangen“.

          Der Goldene Leopard des 55. Filmfestivals Locarno geht an den deutschen Film „Das Verlangen“ von Iain Dilthey. Die Jury unter der Präsidentschaft des serbisch-französischen Produzenten Cedomir Kolar hielt den Streifen um die unglückliche Pfarrersgattin Lena, ihre neue Liebe und einen Mord im dörflichem Milieu für den besten der 22 Wettbewerbsbeiträge.

          Der Goldene Leopard ist mit umgerechnet rund 61.600 Euro dotiert. Die weiteren Preise des größten Schweizer Filmfestivals gehen nach Argentinien, den Iran, Ungarn und Griechenland, teilte die Jury zum Festivalende am Sonntag mit.

          Drehbuch bereits auf der Berlinale ausgezeichnet

          Diltheys Film mit Susanne-Marie Wrage, Klaus Grünberg und Robert Lohr spielt im schwäbisch-fränkischen Wald und gilt als dritter Teil der „Sehnsuchtstrilogie“ des gebürtigen Schotten. Unter seinem Drehbuchtitel „Glaube, Liebe, Hoffnung“ erhielt der tragische Stoff im Februar bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin den baden-württembergischen Drehbuchpreis.

          Den Silbernen Leoparden für den zweitbesten Film erhält Diege Lerman für seinen argentinischen Erstlingsstreifen „Tan de repente“. Der Spezialpreis der Jury für den Film, der den Gedanken der Verständigung zwischen den Völkern und den Kulturen am stärksten zum Ausdruck bringt, geht an den iranischen Film „I'm Taraneh, 15“ von Rassul Sadr-Ameli. Den Preis als beste Schauspielerin erhielt Taraneh Allidousti, die 15-jährige Hauptdarstellerin des Films.

          Der Preis als bester Darsteller geht ebenfalls an einen Kinderschauspieler, an Giorgos Karayannis in dem griechischen Beitrag „Hard Goodbye: My Father“ von Penny Panayotopoulou. Der Silberne Leopard für das beste Erstlings- oder Zweitlingswerk schließlich erhielt der Ungar Kornèl Mundruczò für „Pleasant Days“. Der Publikumspreis der Piazza Grande ging an „Bend it Like Beckham“ von Gurinder Chadha. Den Preis der Kritikerwoche, einer eigenen Jury, erhielt des Zürcher Filmer Samir für seinen Dokumentarfilm „Forget Baghdad - Jews and Arabs - The Iraqi Connection“.

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