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Australische Datenlecks : Was haben sie mit meinen Textnachrichten gemacht?

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Vodafone Australia hat zugegeben, dass ein Mitarbeiter die mobilen Daten einer Journalistin durchsucht hat. Er wollte die Quelle für unternehmenskritische Artikel herausfinden.

          Im Jahr 2011 hatte eine Journalistin der Fairfax-Mediengruppe, Natalie O’Brien, in mehreren Artikeln über Sicherheitslücken im Siebel-Datensytem von Vodafone Australia berichtet. Da O’Brien Vodafone-Kundin war, habe ein Angestellter, so schreiben mehrere australische Zeitungen übereinstimmend, ihre mobilen Daten nach Hinweisen auf einen Whistleblower durchsucht.

          In ihren Artikeln hatte die Journalistin darüber berichtet, dass Vodafones Siebel-Datensystem anfällig für Hacker sei, Millionen Kundendaten, Adressen, Details über Kreditkarten und Führerscheine seien leicht einsehbar, da das Unternehmen mit Passwörtern unsachgemäß umgehe.

          O’Brien, die darauf verweist, ihre Recherchen hätten Untersuchungen von öffentlichen Stellen nach sich gezogen, zeigte sich erschüttert über die Missachtung ihrer Privatsphäre. Im „Sydney Morning Herald“ schrieb sie: „Was steckte in meinen Texten? An wen waren sie gerichtet? Was konnten sie ihnen entnehmen? Was haben sie mit den Informationen gemacht?“

          Eine interne Email-Nachricht, veröffentlicht in der Zeitung „The Australian“, gibt Hinweise darauf, dass den Verantwortlichen das Ausmaß ihres Verstoßes gegen die Privatsphäre und die Pressefreiheit sowie die Möglichkeit eines Imageschadens bewusst war.

          In einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme wies ein Vodafone-Sprecher den Vorwurf „unsachgemäßen Verhaltens“ seitens der Verantwortlichen zurück. Vodafone arbeite eng mit der australischen Datenschutzbehörde zusammen. Das Unternehmen habe erst 2012 Kenntnis von dem Fall „O’Brien“ erlangt und sofort eine Untersuchung angeordnet.

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