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„Muslim Fashion“ : Was genau hat Gott gegen offenes Haar?

  • -Aktualisiert am

Sittsam, aber bitte auch verführerisch: Konservative Modewoche in Istanbul Bild: AFP

Eine Ausstellung in Frankfurt sorgt im Vorfeld für heftige Diskussionen. Zu Recht? Eine Wissenschaftlerin erklärt, was man wissen muss, wenn man sich für muslimische Frauenmode begeistert.

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          Die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“, die am 4. April im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt eröffnet wird, löst schon jetzt unterschiedliche Reaktionen aus. Während die einen die ästhetischen Darstellungen verhüllter weiblicher Models als Bekenntnis zu kultureller Vielfalt feiern, sehen andere darin die Verharmlosung einer islamistischen Genderordnung.

          Das ist nicht überraschend. Seit 1997, als die damalige Lehramtsanwärterin Fereshta Ludin vor Gericht zog, um mit Kopftuch in einer staatlichen Schule unterrichten zu können, debattieren wir über muslimische Bekleidungsregeln. Der Aspekt der Mode gehört zu den neueren Aspekten in der Kontroverse. Sogenannte Hijabistas inszenieren die Hijab genannte muslimische Kopfbedeckung als cooles Accessoire, die Werbung hat die kopftuchtragende Frau entdeckt, und eine internationale Modeindustrie erzielt mit muslimisch gekennzeichneten Produkten Millionengewinne. Haben diejenigen recht, die im Kopftuch nichts anderes sehen als eine neue Stufe gesellschaftlicher Heterogenität, die neben einer Frau im Tanktop auch der Muslimin Platz einräumt, die sich aus freien Stücken entschieden hat, ihren Körper zu verhüllen, und dabei auch noch attraktiv aussieht?

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