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Aus dem Zadik : Die dauernde Ausstellung als leitendes Ideal

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Der Galerist Heiner Friedrich hat in den sechziger Jahren die Schlüsselfiguren der zeitgenössischen Kunst erkannt.

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          Eher zwangsläufig als ungewöhnlich scheint es zu sein, wenn aus erfolgreichen Galeristen Sammler und Stifter werden. Aber für das, was aus Heiner Friedrich geworden ist, der am 14.April dieses Jahres seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag feiern konnte, müsste erst noch ein Wort gefunden werden. Es sei denn, man versetzt sich zurück in die siebziger Jahre, als der Begriff des „Machers“ geprägt und die Welt mit dem neuen Typus zum Beispiel auch des „Ausstellungsmachers“ konfrontiert wurde. Analog dazu könnte man Friedrich als einen „Kunstsetzer“ bezeichnen, denn das, was er selbst als entscheidendes Resultat seines Wirkens betrachtet, nennt er „Kunstsetzungen“.

          Seine jüngsten Kunstsetzungen präsentiert seit 2011 seine Stiftung „Das Maximum“ (dasmaximum.com) in Gestalt umfangreicher Werkkomplexe von Georg Baselitz, John Chamberlain, Walter de Maria, Dan Flavin, Imi Knoebel, Uwe Lausen, Andy Warhol und Maria Zerres in den Werkhallen im oberbayerischen Traunreut, in denen Vater Harald Friedrich von 1956 bis 1958 die Herstellung des kleinen Sportwagens „Spatz“ betrieb, zusätzlich zur noch heute erfolgreich operierenden „Alzmetall Werkzeugmaschinenfabrik und Gießerei Friedrich“ im benachbarten Altenmarkt an der Alz.

          Eine Stiftung für die Kunst

          Davor war es seine 1993 im Zusammenhang mit dem New Yorker Arnulf Rainer Museum gegründete Ayn Foundation (aynfoundation.com), die Werkgruppen von John Chamberlain, Dan Flavin, Arnulf Rainer, Joa Baldinger (Friedrichs heutiger Lebensgefährtin) und mehr als sechzig Gemälde, Siebdrucke und Papierarbeiten von Warhols „Last Supper Paintings“ aus dem Jahr 1986 zeigte. Die Warhols hatte Friedrich zusammen mit dem New Yorker Sammler und Guggenheim-Trustee Peter Brant erworben und von 1999 bis 2001 im Guggenheim Museum Soho ausgestellt. Auch bei der Gründung des Pittsburgher Warhol Museums 1993 und der Cy Twombly Gallery in Houston 1995 soll Friedrich seine Hände im Spiel gehabt haben.

          Der von Renzo Piano geschaffene Bau für die Cy Twombly Gallery war von Friedrichs Schwiegermutter Dominique de Menil für die Menil Collection in Auftrag gegeben worden. Mit Philippa de Menil, die er 1979 heiratete, und mit ihrer beider gemeinsamen Freundin, der Kunsthistorikerin Helen Winkler, hatte Friedrich im Jahr 1974 die Dia Art Foundation (diaart.org) gegründet, die innerhalb kürzester Zeit zur wichtigsten und einflussreichsten Kunststiftung damals wurde und Friedrich die größte seiner „Kunstsetzungen“ ermöglichte: Walter de Marias „Lightning Field“ - für das die Stiftung 1975 vierundvierzig Quadratkilometer Land in New Mexico kaufte -, das Helen Winkler und ihr späterer Mann, der Künstler Robert Fosdick, bis 1977 gemeinsam mit Walter de Maria verwirklichten. „Der Zweck der Stiftung ist es“, so hieß es in ihrem ersten Jahresbericht 1975, „öffentliche Projekte zu planen, zu realisieren und zu unterhalten, die wegen ihrer hohen Kosten oder wegen ihrer Größe nicht einfach von individuellen Sammlern verwirklicht, finanziert oder unterhalten werden könnten.“

          Den Anfang machte der Fasching

          Um in diese Dimension vorzudringen, hatte Friedrich einen rund zehnjährigen Anlauf nehmen müssen, aber auch dieser war schon spektakulär. Angefangen hatte alles im Münchener Fasching 1963, als Friedrichs Ehefrau Six auf einem Ball im Deutschen Theater ihrem Mann Franz Dahlem vorstellte, der Kontakte zur jüngeren Kunstszene hatte, insbesondere zu Georg Baselitz; Dahlem führte das Paar in diese Szene ein. Kein halbes Jahr später, am 27.Juli 1963, eröffneten alle drei die Galerie Friedrich&Dahlem mit einer Ausstellung des informellen Malers Peter Schubert.

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