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Aus dem Maschinenraum : Der Spion, der mit dem Smartphone kam

  • -Aktualisiert am

Smartphones geben Vorlieben, Verhaltensweisen und Gesinnung preis – die meisten Nutzer wissen nicht mal, an wen diese Informationen gehen. Eine Untersuchung hat jetzt offengelegt, wer hinter den Trackern steht.

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          Schon seit dem Jahr 2016 klicken in westlichen Gefilden mehr Nutzer von ihrem Handy aus ins Netz als von einem Desktop-Computer. Mit jedem Jahr verlagert sich die Nutzung von Nachrichten, Spielen und Dienstleistungen ein Stück mehr auf die Mobiltelefone, was Forscher veranlasst hat, sich den Folgen des Phänomens zuzuwenden. Unter ihnen sind auch solche aus dem Maschinenraum der Wissenschaften, die technische Daten erheben und auswerten.

          Eine schon bei einer Konferenz in Amsterdam vorgestellte und nun veröffentlichte Studie gibt neue Einblicke in das Ökosystem von mobilen Trackern auf Smartphones mit dem verbreiteten Android-Betriebssystem. Solche Tracker senden Daten aus den Mobiltelefonen an Unternehmen, die Nutzerprofile anlegen und sie meistens Werbekunden anbieten. Soll beispielsweise Werbung nur an Eltern oder Schwangere ausgespielt werden, geben solche mobilen Profile eine genauere Auskunft als es vormals allein durch Web-Tracking möglich war.

          Forscher der Universität Oxford betrachteten fast eine Million Apps, die im „Google Play Store“ bereitgestellt sind. So gut wie alle haben Tracker eingebaut, die von amerikanischen Unternehmen sind. Siebenhunderttausend der Apps verbinden sich ausschließlich mit verschiedenen Profilbildungsfirmen in den Vereinigten Staaten. Mehr als hunderttausend Apps senden ihre Tracking-Daten zusätzlich in andere Länder, in denen Profilfirmen sitzen. Dass Nutzer beim Runterladen aus dem „Google Play Store“ eine App ohne jegliches Tracking erwischen, liegt bei einer Wahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent.

          App-Forscher führten die verschiedenen Tracker auf die Unternehmen zurück

          Fremde Dritte sitzen also massenhaft und unbemerkt in unseren Mobiltelefonen und vermerken unser Verhalten oder unsere politische Gesinnung, um uns später maßgeschneiderte Werbung schicken zu können. Anders als es viele Menschen auf ihren Computern zuhause oder im Büro halten, können Smartphone-Nutzer wenig gegen die Tracking-Übermacht der amerikanischen Tech-Branche unternehmen. Einerseits wissen sie in der Regel nichts davon, andererseits ist es auf den Mobilgeräten weitgehend unmöglich, das Tracking auf einfachem Wege abzustellen.

          Das gilt nicht nur für Smartphones, sondern beispielsweise auch für die verbreiteten SmartTVs oder für Sprachassistenten, ebenso für die vielen vernetzten Kleingeräte, die man als „Internet der Dinge“ bezeichnet. Bisher ist das Tracking auf diesen Plattformen noch nicht näher untersucht, sondern nur in Einzelfällen bekannt geworden. Aber wir können davon ausgehen, dass sich auch hier Tracker festsetzen werden.

          Die App-Forscher führten die verschiedenen Tracker auf die Unternehmen zurück, zu denen sie gehören, und identifizierten zwei wenig überraschende Gewinner: Google und Facebook, die ein mächtiges Duopol bilden. Allerdings führt nach den Auswertungen der Oxford-Wissenschaftler der Platzhirsch Google mit deutlichem Abstand und dominiert das Tracking bei Mobiltelefonen. Die Dominanz ist bei mobilen Geräten sogar noch stärker als die schon seit Jahren bekannte Führungsposition im Bereich des Web-Trackings.

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