Zukunft der Privatsphäre :
Wer sich am wachsenden Datenreichtum labt

Von Constanze Kurz
Lesezeit: 4 Min.
Brechen bald Verteilungskämpfe um den Treibstoff der Digitalwirtschaft aus?
Wirtschaftslobbyisten möchten Daten sammeln, so viel es geht. Ob die Forderung nach einer Datenschutzgrundverordnung viel daran ändern wird, ist zu bezweifeln. Warum beten manche Politiker den Lobbyisten einfach nach?

Schon im vergangenen Jahr diagnostizierten manche Wirtschaftslobbyisten in Deutschland eine „digitale Phobie“, wie es der damalige Bitkom-Präsident Dieter Kempf beim IT-Gipfel 2014 ausdrückte. Die Deutschen sitzen zu mäkelig am Katzentisch der IT-Industrie, und das stört beim digitalen Daten-Wettrennen. Als die Spitzen von Wirtschaft und Politik jüngst wieder zum IT-Gipfel zusammenkamen, war daher eine neue Forderung in aller Munde: Der Wind solle sich nun drehen, die datenskeptischen Deutschen müssten ihre Reserviertheit und ihre ewigen Bedenken wegen des Persönlichkeitsschutzes endlich ablegen. Im „Wirtschaftsblog“ der umtriebigen Berater-Firma KPMG schrieb ein noch sichtlich vom IT-Gipfel aufgeputschter Angestellter: „Die Datensparsamkeit muss enden.“

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.