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Wandel in der Hackerszene : Vom Outlaw zum Freelancer

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Ständig im Wandel: Mit der Veränderung der digitalen Welt wandelt sich der Beruf des Hackers gleich mit. Bild: EPA

Die digitale Welt befindet sich in einem stetigen Wandel und mit ihr der Beruf des Hackers: Waren sie früher vor allem von Neugier getrieben, dienen Hacker heute meist fragwürdigen Herren.

          Was für einen besseren Zeitpunkt gäbe es wohl, über den Hacker an sich nachzudenken als in diesen Tagen, wenn der erste dieser Spezies als ernsthafter Kandidat für die amerikanischen Präsidentsschaftsvorwahlen antritt. Denn mit dem texanischen Demokraten Beto O’Rourke geht jemand ins Rennen um die machtvollste Position der Welt, der in seiner Jugend in einer der profiliertesten politischen Hackergruppen namens „Cult of the Dead Cow“ aktiv war. Es hat ihm überraschend wenig geschadet, als nun über seine Hacker-Vergangenheit berichtet wurde.

          Meine erste Maschinenraum-Kolumne, die vor neun Jahren an dieser Stelle erschien, widmete sich dem Hacker-Bild. Danach dominiert der Einzug der Computertechnik in alle nur denkbaren Lebensbereiche sowie die wachsende IT-Sicherheitskrise, und wir lernten den wohl berühmtesten Hacker kennen: Edward Snowden. Die digitale Welt hat sich in einem Jahrzehnt enorm gewandelt und mit ihr die Lebenswelt der Hacker.

          Die deutlichste Veränderung in dieser Zeit ist ökonomischer Natur: Während vor zehn Jahren ein Großteil der Angriffe auf Computersysteme semiprofessionell und nicht überwiegend monetär motiviert war, so werden heute die meisten der Hacking-Operationen von Auftragshackern vollzogen, die Ziele und teilweise sogar Methoden vorgegeben bekommen und für ihre Dienste fürstlich entlohnt werden. Die Auftraggeber sind überwiegend Geheimdienste, Militärs, Kriminelle, private Spionagefirmen, die das Geld haben, um teilweise monatelange Planungen und die Ausführung der Operationen zu finanzieren. In vielen Staaten, die sich in Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn befinden, gibt es obendrein sehr aktive „patriotische“ Hacker, die – wie jüngst im Konflikt zwischen Indien und Pakistan – Systeme des Gegners angreifen. Wie stark sie von Eigenmotivation oder von ihren Geheimdiensten gesteuert oder instrumentalisiert werden, ist kaum herauszubekommen.

          Netze werden zu Schlachtfeldern

          Geheimdienste und Firmen sind es auch, die einen beachtlich großen Teil der Ausbildung angehender Hacker finanzieren, egal ob mit einem formalen Abschluss oder mit dem Erfahrungswissen des Praktikers. In Europa und insbesondere in Deutschland wurde es dagegen versäumt, in die Ausbildung der IT-Sicherheit, deren Abhängigkeiten und in die Abwehr von Angriffen zu investieren. Faktisch ist der Bereich hierzulande so verkümmert, dass kaum ein Informatiker oder ein Auszubildender in ähnlichen Berufen beim Erlernen seines Handwerks mit Fragen der IT-Sicherheit je in Kontakt kommt. Unterdessen ist eine internationale Branche entstanden, die sich von den Idealen gelöst hat, die der Hacker-Community einst wichtig waren: Wissen erlangen, dieses offenlegen und teilen, Computer zum Vorteil des Menschen nutzen, Überwachung eindämmen, Grenzen und Auswirkungen der Computertechnik ausloten.

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