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Aus dem Maschinenraum : Verschlüsselt – aber nicht sicher

  • -Aktualisiert am

Junge am Laptop: Das Surfen im Netz ist sicherer geworden – zumindest bei stationären Browsern. Bild: dpa

Im vierten Jahr nach Snowden ist das Netz für den typischen Benutzer etwas sicherer geworden: Verschlüsseltes Surfen wird zusehends zur Regel. Doch absolute Sicherheit bedeutet das nicht.

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          Was sich im Maschinenraum abspielt, dringt selten bis zu Passagieren eines Schiffes vor. Nur wenn etwas schiefgeht, werden sie aufmerksam. Wenn jedoch bei der Wartung und technischen Aufrüstung alles gut geölt läuft, bekommt es kaum jemand mit. Das ist nicht anders in den Maschinenräumen derjenigen, die sich professionell um IT-Sicherheit kümmern und für sichere Computer und Netze sorgen.

          Wir sind im vierten Jahr nach Snowden, und der Schub, den die Veröffentlichungen der IT-Sicherheit weltweit gegeben haben, ist an vielen Ecken und Enden der vernetzten Welt sichtbar. Dass Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse und die Privatsphäre der Menschen hinreichend geschützt gehören und Verschlüsselung dabei hilfreich ist, hat sich weit herumgesprochen.

          Dieser Schub zu mehr Verschlüsselung ist messbar, so auch bei der Nutzung von HTTPS. Jeder kennt mittlerweile das kleine HTTPS-Symbol in seinem Browser. Anders als beim unverschlüsselten Surfen über HTTP erschwert die Nutzung von HTTPS Angreifern, unerwünschte Änderungen bei der Kommunikation zwischen Website und Browser vorzunehmen.

          Standardmäßige Verschlüsselung der meistgeklickten Seiten

          Eine Gruppe von Google-Forschern hat jüngst Zahlen veröffentlicht, um einen Einblick in die tatsächliche HTTPS-Verbreitung zu geben. Vor allem für die am meisten besuchten Websites wollten sie wissen, welche verschlüsselte Verbindungen anbieten und welche sie sogar als Standard vorgeben. Bei den weltweit meistgeklickten Anbietern sind das bereits über die Hälfte. Die Google-Forscher wagen auch eine Prognose: Die meistbesuchten Websites werden innerhalb der nächsten anderthalb Jahre vollständig über HTTPS angeboten, mindestens aber mit dem Umzug Richtung Verschlüsselung begonnen haben.

          Diese Websites vereinen heute einen Großteil des Datenverkehrs im Web auf sich. Zwar nicht für alle Branchen, aber doch in einigen Bereichen existieren Oligopole der Datenkonzerne, die im Grunde für den typischen westlichen Netznutzer „das Web“ sind. Die Nutzer bewegen sich zwischen Facebook, Amazon, Instagram oder Google und nur wenige Online-Aktivitäten finden außerhalb statt. Entsprechend ist die Messung, wer von den großen Anbietern eine verschlüsselte Verbindung erlaubt, gleichzeitig eine Angabe über den verschlüsselten Alltag der meisten Menschen.

          Nicht nur besuchen immer mehr Menschen Websites über HTTPS, sie verweilen dort auch weit länger als auf unverschlüsselten HTTP-Seiten. Leicht erklärbar ist das über ihre Nutzungsgewohnheiten: Websites wie Facebook, Twitter oder GMail haben viele Menschen permanent in einem Browser-Tab offen. Und all diese großen Anbieter verschlüsseln die Verbindung standardmäßig.

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