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Auktionen : Weltrekord: Rubens für 77 Millionen Euro verkauft

  • Aktualisiert am

„Das Massaker der Unschuldigen” von Peter Paul Rubens Bild: AP

Der Weltrekord gilt für britische Pfund. Denn mit dem derzeitigen Dollarkurs war ein Van-Gogh-Werk noch teurer.

          Ein Gemälde des flämischen Meisters Peter Paul Rubens (1577-1640) ist am Mittwochabend im Londoner Auktionshaus Sotheby's für 49,5 Millionen Pfund (77,3 Millionen Euro) verkauft worden. Das Bild „Das Massaker der Unschuldigen“, das zwischen 1609 und 1611 gemalt wurde, ist damit das teuerste bisher verkaufte Bild der Welt, wenn man in britischen Pfund Sterling rechnet. Es war vor der Auktion auf vier bis sechs Millionen Pfund geschätzt worden.

          Wie eine Sprecherin des Auktionshauses mitteilte, ist lediglich das im Mai 1990 bei Christie's in New York versteigerte „Portrait des Dr. Gachet“ von Vincent van Gogh mit 82,5 Millionen Dollar noch teurer gewesen. Das am Mittwoch verkaufte Rubens-Bild kommt wegen des derzeitigen Dollarkurses bei der offiziellen Umrechnung „nur“ auf 76,7 Millionen Dollar. Es wurde von einem nicht näher identifizierten Privatsammler erworben.

          Privatsammler ersteigert Bild

          „Das Massaker der Unschuldigen“, ein frühes Meisterwerk Rubens', wurde von dem Londoner Kunsthändler Sam Fogg ersteigert, der - das Mobiltelefon am Ohr - Instruktionen des privaten Sammlers erhielt. Fogg bekam den Zuschlag für seinen Klienten bei genau 49.506.650 Pfund. Minutenlanger Applaus brandete im Verkaufsraum auf, als der Hammer fiel.

          Das Bild war 1920 von der Fürstenfamilie von Liechtenstein an die Familie der bisherigen Eigentümer verkauft worden. Dabei wurde die Zuschreibung an den Rubens-Schüler Jan van den Hoecke niemals in Frage gestellt. Erst Experten, die von Sotheby's herangezogen wurden, identifizierten das Bild als ein bisher unbekanntes Werk von Rubens.

          Das Bild gehörte zunächst der Familie Forchoudt, reichen Kunsthändler in Antwerpen. Im August 1702 wurde es an Fürst Johann Andreas von Liechtenstein verkauft und trägt das Familienwappen der Familie Liechtenstein aus dem Jahr 1733. Schon beim ersten Verkauf wurde das Gemälde als Werk Rubens' bezeichnet. In späteren Inventarlisten wurde es jedoch van den Hoecke zugeschrieben - vermutlich weil die erste Inventarliste, die beim Tode von Johann Andreas von Liechtenstein 1715 erstellt wurde, verloren ging. Eine Reihe anderer Bilder aus der Liechtenstein-Sammlung sei damals ebenfalls falsch zugeordnet worden, heißt es in einer Mitteilung Sotheby's.

          Weltrekord in Dollar nicht geknackt

          Bei der Betrachtung in Dollar liegt der Weltrekord für das teuerste Bild weiterhin bei van Goghs „Portrait des Dr. Gachet“, das 1990 bei Christie's in New York für 82,5 Millionen Dollar verkauft wurde. Damals hatte es der zweitgrößte Papierhersteller Japans, Ryoei Saito, erworben. Der Verkauf markierte den Höhepunkt eines spekulativen Booms. Später war Saito gezwungen, das Bild für ein Achtel des von ihm gezahlten Preises wieder an Christie's zurückzuverkaufen.

          Bei der Auktion vom Mittwochabend in London blieb das „Portrait einer jungen Frau“ von Rembrandt (1606-1669) unverkauft. Das Werk aus dem Jahr 1633 war auf zehn bis 15 Millionen Pfund geschätzt worden.

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