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Auktionen in London : In London sind viele Asse im Spiel

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Auch asiatische Künstler haben bei Sotheby’s einen prominenten Auftritt. Teuerstes Los bei ihnen ist Zeng Fanzhis „Mask Series No. 26“ mit 1,2 bis 1,5 Millionen Pfund, das zuletzt im November 2007 bei Christie’s in New York für 1,385 Millionen Dollar (mit Aufgeld) verkauft wurde. Fotografie bildet einen weiteren Schwerpunkt, mit drei Arbeiten allein von Andreas Gursky. Mehr hat nur der Japaner Takashi Murakami in der Auktion, dessen vier Lose 2,35 Millionen Pfund zum Umsatz beitragen sollen.

Das Auktionsgeschehen bei Christie’s beginnt schon am Nachmittag des 17. Oktobers mit einer ganz der Sammlung von Charles Saatchi gewidmeten Auktion, unter dem selbstbewussten Titel „Thinking Big“. Anstatt regelmäßig die Londoner Auktionshäuser mit seinen ausgesonderten Werken zu füttern, hat er sich diesmal für den großen Rundumschlag mit Christie’s entschieden und eine eigene Auktion mit überwiegend monumentalen Plastiken und Installationen zusammengestellt, die vom 12. bis zum 20. Oktober in einer alten Postsortierhalle im Zentrum von London ausgestellt werden. Der Erlös soll den freien Eintritt zu Charles Saatchis Ausstellungshalle in der King’s Road in Chelsea finanzieren helfen. Taxen für die Saatchi-Lose - von Tracey Emin bis Berlinde De Bruyckere - können nicht genannt werden, weil sämtliche Werke ohne Mindestpreis zum Aufruf kommen werden: Ob so der Zugang zum Kunstkauf wirklich demokratisiert und auch wieder für Museen erschwinglich gemacht wird, zeigt sich erst am Tag der Auktion.

Am 18. Oktober findet bei Christie’s die „Post-War and Contemporary Evening Auction“ statt, wo man Glenn Browns im Weltraum schwebendend, futuristischen Stadtfragmenten wiederbegegnet; wie auch bei Sotheby’s stellt eines von ihnen das Spitzenlos: „Böcklin’s Tomb (copied from ,loating Cities‘ 1981 by Chris Foss)“ von 1998 ist ebenfalls mit zwei bis drei Millionen Pfund beziffert. Das mit postmodernen Referenzen gespickte Monumentalwerk, das sich auf „Die Toteninsel“ des Schweizer Symbolisten Arnold Böcklin bezieht und diese mit einer Kopie der „Floating Cities“-Serie des Science-Fiction-Illustrators Chris Foss von 1981 kombiniert, ist eines von Browns wichtigsten Werken, was seine Ausstellungsgeschichte bestätigt.

Ganz in Blautöne getaucht, präsentiert sich auch das zweitteuerste Los, eine Innenansicht, die genauso postmoderne Konzepte aufgreift. In „The Raw and the Framed“ (1,4/1,8 Millionen) aus dem Jahr 1995 reflektiert der Amerikaner Mark Tansey Kunstproduktion und Rezeption, den Prozess vom Rohmaterial zum Kultobjekt. Insgesamt soll die Abendauktion von Christie’s mit 55 Losen zwanzig bis 29,5 Millionen Pfund einspielen, gefolgt von einer eigenen Versteigerung mit italienischen Zeitgenossen.

Die Karten sind aufgedeckt, das Spiel kann beginnen.

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