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Attentat auf Salman Rushdie : Die Diktatur der Beleidigten

  • -Aktualisiert am

Protest gegen Rushdies „Satanische Verse“ 1989 in London Bild: Gamma-Rapho/Getty Images

Die Kritiker von Salman Rushdie berufen sich auf die Verletzung ihrer religiösen Gefühle. Das ist aber nur ein Deckmantel für ihre eigenen Herrschaftsinteressen.

          3 Min.

          Seit Erscheinen seines Romans „Die Satanischen Verse“ wird dem Autor Salman Rushdie immer wieder vorgeworfen, er verletze die „religiösen Gefühle“ von Muslimen. Selbst viele derjenigen Muslime, die den Mordaufruf des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Khomeini verurteilten, äußerten sich erbost über die Verletzung „religiöser Gefühle“ durch Rushdies Roman. Der Hinweis auf „Beleidigung religiöser Gefühle“ wurde seither zunehmend benutzt, um Zensur und Bestrafung das Wort zu reden.

          Was aber soll das sein, ein „religiöses Gefühl“? Der Terminus scheint bereits zu einem stehenden Begriff geworden zu sein, ganz egal, ob es sich um nicht genehme Romane, Karikaturen, Witze, Kunstwerke, kritische oder herablassende Äußerungen über Glaubensdinge handelt. Das ist selbstverständlich im Sinne der Erfinder. Es ist vielleicht der Gedankenlosigkeit vieler Medien zu verdanken, dass diese Wortschöpfung inzwischen relativ unhinterfragt herangezogen wird.

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