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Attacke auf AfD : Tortenschlacht

Bitte wählen Sie Ihre Waffen. Bild: dpa

Kaum bekommt die AfD eine Backwerkattacke ab, wird es gefährlich: Zurückgegeben wird mit ganz großen Geschossen. Ein Kommentar.

          1 Min.

          Dass die AfD sich auf Eskalation versteht, hat sie schon vielfach bewiesen. Zur Flüchtlingskrise fällt dem führenden Personal der Rechtspartei Schusswaffengebrauch ein, wird eine Fernsehjournalistin von AfD-Sympathisanten niedergerempelt, heißt es, das sei bei der Berichterstattung ja auch kein Wunder, und selbst ein Tortenwurf langt, damit die AfD blank zieht.

          Die Torte landete am vergangenen Sonntag im Gesicht der stellvertretenden Parteichefin Beatrix von Storch, geworfen hatte sie Jean Peters, Gründer der Gruppe „Peng Collective“, die schon mit allerlei Aktionen auf sich aufmerksam gemacht hat und von der Kulturstiftung des Bundes finanziell unterstützt wird. Viel ausgegeben haben die Tortenwerfer für das Wurfgeschoss allerdings nicht. 5,74 Euro hat es gekostet, wie man bei den „Peng“-Leuten nachlesen kann. Die Wurftorte war ein Schnäppchen.

          Freude über die Nazipantorte

          Die Reaktionen allerdings gibt es in ganz großer Münze. In einem „Bekennerschreiben“ teilte „Peng“ mit, man habe „zur Sicherung der moralischen Außengrenze von einer Sahnetorte Gebrauch gemacht.“ Das dazugehörige Stichwort bei Twitter lautet „tortalerkrieg“. Was die AfD-Politikerin Beatrix von Storch sogleich als Nazijargon geißelte. Sie veröffentlichte den Namen des Tortenwerfers samt Bild auf ihrer Facebook-Seite.

          Es dauerte nicht lange, da fanden sich seine Adresse und seine Handynummer im Netz und steigerte sich die bei Twitterschlachten brutalstmögliche Häme – da geben sich AfD-Unterstützer und AfD-Gegner wenig –, zu Morddrohungen gegen Peters. Die einen freuen sich über die „Nazipantorte“, der NRW-Chef der AfD Marcus Pretzell hingegen meinte: „Vielleicht schicken wir mal ein paar Aktivisten zum WDR“ und fragte, wie es denn wäre, „die Pinnocchiopresse“ zu „torten“. Nicht einmal mit einer Backwerkattacke kann diese Rechtspartei angemessen umgehen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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