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Albert Uderzo ist tot : Abschied vom Schöpfer des kleinen gallischen Dorfes

  • Aktualisiert am

Albert Uderzo im Jahr 2015 Bild: AFP

Asterix-Zeichner Albert Uderzo ist mit 92 Jahren gestorben. Gemeinsam mit Autor René Goscinny gehörte er zu den Vätern der Comicserie, für die er nach jahrelangem Alleingang schließlich Nachfolger zuließ und fand.

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          Der Zeichner der weltberühmten Asterix-Comics, Albert Uderzo, ist tot. Gemeinsam mit Autor René Goscinny gehörte er zu den Vätern der Comicserie um ein Dorf  voller unbeugsamer Gallier, die den römischen Besatzern die Stirn bieten.

          Albert – mit Taufnamen Alberto Aléandro – Uderzo wurde am 25. April 1927 in Fismes bei Reims als drittes von fünf Kindern des italienischen Geigenbauers Silvio Uderzo und dessen Ehefrau Iria geboren, die 1923 nach Frankreich ausgewandert waren. Der bei seiner Geburt vorhandene zusätzliche Finger an jeder Hand wurde später operativ entfernt. 1938 siedelte die Familie nach Paris um, 1934 hatte sie die französische Staatsbürgerschaft erhalten. Nach eigenen Aussagen verlebte Uderzo eine „fröhliche, aber arme Kindheit“, in der er davon träumt, Clown oder Flugzeugmechaniker zu werden oder in der Formel 1 zu fahren.

          Uderzo zeigte bereits im Kindergartenalter zeichnerisches Talent. Erste Zeichnungen wurden 1941 im Jugendmagazin „Junior“ des Pariser Verlags Société parisienne d'édition veröffentlicht. Inspiriert von den Figuren Walt Disneys und angeleitet unter anderem von Edmond-François Calvo, eignete er sich neben einer Schreinerlehre autodidaktisch das Handwerkszeug eines Comic-Zeichners an.

          Piraten, Reporter, Indianer

          Während des Zweiten Weltkriegs verbrachte Uderzo ein Jahr bei seinem Bruder im bretonischen Ort Les Villages, der später zum Vorbild für das „kleine Dorf“ der „Asterix“-Geschichten wurde. Dort arbeitete er auf einem Bauernhof und half im väterlichen Möbelgeschäft aus. Ab 1945 arbeitete Uderzo ein Jahr lang als Assistent in den Trickfilmstudios von Renan Devella und betätigte sich nach dem Militärdienst ab 1947 als Presse- und Comic-Zeichner für französische und belgische Zeitungen. Zunächst an amerikanischen Vorbildern orientiert, entwickelte er bald die für ihn typischen Eigenheiten, die pointierte Karikierung sowie clowneske Nebenfiguren. Von 1948 bis 1954 schuf Uderzo mit Jean-Michel Charlier als Texter die Comicfigur „Belloy, Ritter ohne Rüstung“. In den fünfziger Jahren gehörte er zu den produktivsten französischen Comic-Zeichnern, fand mit seinem verstreuten Werk aber kaum Würdigung. Weil er teilweise farbenblind war, ohne das selbst als Handikap zu betrachten, arbeitete er zunächst mit nummerierten Farbstiften und -tuben; später ließ er die Zeichnungen nach seinen Vorgaben von Spezialisten kolorieren.

          Wegweisend wurde 1951 die Begegnung mit dem ein Jahr älteren Geschichtenschreiber und Comic-Autor René Goscinny, mit dem Uderzo alsbald ein geniales, glänzend harmonierendes Autorenpaar bildete, das nicht zuletzt vom gegenseitigen Ideenwettbewerb profitierte. Sie produzierten mehrere Serien zusammen, unter anderem über den Piraten „Pitt Pistol“ (ab 1952), den jungen Reporter „Luc Junior“ und seinen Hund (1954/1957), „Benjamin & Benjamine“ (1956 bis 1959) oder den Indianer „Oumpah-Pah“ (1958 bis 1962), stilistisch der direkte Vorläufer von „Asterix“.

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