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Art Cologne : Die Schmerzgrenze ist erreicht

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In Köln hat die Art Cologne eröffnet. Sie ist die wichtigste deutsche Kunstmesse - und die grösste. Wie soll man sich zurechtfinden? FAZ.Net bahnt einen Weg durch das Labyrinth der Kojen - auf den Spuren der jungen Kunst.

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          Auf der Pressekonferenz zur 34. Art Cologne tat sich Galerist Karsten Greve, Sprecher des Zulassungsausschusses, schwer, Zulassungskriterien für die Messe zu nennen. In jedem Jahr bewerben sich sehr viel mehr Galeristen als teilnehmen können. Diesmal waren es über 500. Bei 200 Galerien ist die Schmerzgrenze der Wahrnehmung eigentlich erreicht. Nun werden dem Besucher wieder 276 zugemutet.

          Nach der Art Basel im Frühjahr ist die Herbstmesse in Köln die wichtigste Kunstmesse in Europa. In den Wochen vor Weihnachten machen Kunstgalerien ihr Jahresgeschäft. Um so wichtiger ist es, dabei zu sein. Fünf Jahre professionelle Arbeit müssen nachgewiesen werden. Dann kann man sich bewerben. Eine Jury entscheidet über die Teilnahme. Bei einem Verhältnis von 500 Bewerbungen zu 276 Zulassungen kann die Ablehnung nicht immer mit mangelnder Qualität des Angebotes begründet werden. Welche Kriterien ausschlaggebend sind, konnte auch auf der diesjährigen Pressekonferenz nicht dargelegt werden. Tatsache ist, dass die Jury ausschließlich aus arrivierten, sprich älteren Galeristen besteht. Das Gremium schliesst Museumsleute aus. Mit der Begründung, diese seien wegen mangelnder Reisebudgets nicht umfassend über den Kunstmarkt informiert. Vielleicht hängen die Museumsleute nur an anderen Seilschaften. Ihnen mangelnde Kompetenz vorzuwerfen, wirkt lächerlich.

          Auf die Frage, welche Tendenzen auf dem 34. Kölner Kunstmarkt auszumachen sind, hebt Greve hervor, dass die Fotografie an Qualität und Umfang zugenommen hat, obwohl sich der Markt wegen unvorteilhafter Besteuerung in Deutschland nur langsam bewegt. Er hebt weiter die Skulptur hervor. Auf der Messe gibt es gesonderte Skulpturenflächen, die vor allem Klassiker der Gegenwart in herkömmlichen Materialien und Formen vorstellen. Auch die strenge Kojeneinteilung der Skulpturenzone beweist, dass man dem gewaltig gewandelten Skulpturenbegriff der End-90er Jahre wenig Aufmerksamkeit schenkt.

          Und noch ein Problem: Die Art Cologne versteht sich selbst als Barometer der zeitgenössischen Kunst. Umso mehr erstaunt, wieviel Platz die Messe der klassischen Moderne einräumt, zumal der Kunst vor 1945.



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