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Wohnungsbau für die Massen : Aus dem Großstadt-Dschungel in die Dschungel-Großstadt

  • -Aktualisiert am

Da kommt eine Etage zur anderen: Das Interlace in Singapur wurde 2015 als „World Building of the Year“ ausgezeichnet. Bild: Iwan Baan

Mit Gebäuden wie dem „Interlace“ von Ole Scheeren stellen Architekten den Massenwohnungsbau auf den Kopf. So könnte die Zukunft der Stadt aussehen.

          5 Min.

          Um die Zukunft zu sehen, muss man manchmal sehr weit in die Ferne schauen – und sie auch dort suchen, wo es nicht sehr fortschrittlich aussieht. Nach Singapur zum Beispiel. Ein Ort der allgegenwärtigen Verbote. Lee Kuan Yew war der erste Premierminister des Stadtstaates und seine eiserne Hand hatte aus dem ehemaligen britischen Handelsposten eine strenge Vorzeigemetropole gemacht – bekannt für Kussverbote, Homophobie und Pressezensur. Architektonisch hat die Stadt hingegen schon oft bewiesen, dass sie bereit ist, avantgardistische, sogar exaltierte Hyper-Entwürfe auszuprobieren und zu goutieren. Für Großprojekte lautet die Devise der Inselstadt „klotzen statt kleckern“.

          Die extreme städtebauliche Dichte, die drückend-schwüle Hitze, die starke Tradition des Hochhauswohnens und die exzellente Erschließung durch den ÖPNV haben in der Welt des experimentellen Großsiedlungsbaus in Singapur bizarre Blüten wachsen lassen: Das gigantische „Interlace“-Gebäude etwa wurde von dem jungen, deutschen Architekten Ole Scheeren entworfen und war der Startschuss für einen Gebäudetyp, wie es ihn bisher so nicht gab. Der 1971 geborene Scheeren, der lange für Rem Koolhaas arbeitete, ist ein Phänomen. Er wird in seiner Heimat weitgehend ignoriert, obwohl er der erfolgreichste noch junge deutsche Architekt aller Zeiten sein dürfte – gemessen am Bauvolumen seiner Hochhäuser in ostasiatischen Metropolen wie Bangkok und seiner Wahlheimatstadt Peking.

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