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11. September : Todesgrüße von Ikarus

Können Fotos lügen? Sie seien, sagten die jungen Leute später, ebenso entsetzt gewesen wie alle anderen. Auf Thomas Höpkers Bild sieht es anders aus. Bild: © Thomas Hoepker / Magnum Photos

Jahre lang hatte Thomas Höpker sein Foto vom Anschlag am 11. September zurückgehalten. Dann sorgte es für einen Schock.

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          Am Ende wären die jungen Leute fast noch juristisch gegen Thomas Höpker vorgegangen, so falsch fühlten sie sich dargestellt, wie sie da bei strahlendem Sonnenschein am Ufer des East River plaudernd beieinandersaßen, während sich am gegenüberliegenden Ufer über der Skyline Manhattans eine gewaltige Rauchwolke auftürmte, als verkünde sie das Ende der Welt. Mit diesen fünf jungen Menschen aber schien das nichts zu tun zu haben. Und so wurden sie manchem zur Verkörperung eines amerikanischen Desinteresses an der Wirklichkeit. Einer von ihnen war Maler und sagte später, sie seien schockiert gewesen wie alle anderen auch. Eine war Fotografin und erklärte, dass sie angesichts der Grausamkeit an diesem Tag ihre Kamera extra zu Hause gelassen hatte, um bei Notfällen rasch helfen zu können.

          Freddy Langer
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das „Reiseblatt“.

          Der Zufall hatte es gefügt, dass Magnum, die Agentur der besten Fotojournalisten der Welt, ihre Mitglieder für jenen 11. September zur jährlichen Versammlung nach New York beordert hatte. Fast alle waren gekommen. Und alle zogen augenblicklich los Richtung Financial District, als sie vom Anschlag auf das World Trade Center erfuhren. Nur Thomas Höpker, der in Uptown New York wohnte und wenig später Präsident von Magnum wurde, blieb ausgesperrt.

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