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Anne Franks Cousin : Buddy Elias ist gestorben

  • Aktualisiert am

Buddy Elias im Februar in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Der aus Dutzenden Filmen und Fernsehproduktionen bekannte Schweizer Schauspieler Buddy Elias ist tot. Der Cousin von Anne Frank starb kurz vor seinem 90. Geburtstag.

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          Der Schweizer Schauspieler Buddy Elias, Cousin der von den Nationalsozialisten ermordeten Anne Frank, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er sei am Montag im Kreise seiner Familie in Basel gestorben, teilte der dort ansässige Anne Frank Fonds am Dienstagabend mit. Er war der letzte noch lebende direkte Verwandte von Anne Frank. Laut seiner Agentur wirkte er in etwa achtzig Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „Tatort“, „Das Traumschiff“, „Mit Leib und Seele“, „Die Schwarzwaldklinik“, „Der Zauberberg“ oder zuletzt „Monuments Men - Ungewöhnliche Helden“ unter der Regie von George Clooney.

          Elias habe sich als langjähriger Präsident der Stiftung stets „für die Zivilgesellschaft, für Dialog und Aufklärung gegen Diskriminierung“ eingesetzt, hieß es vom Anne Frank Fonds. „Mit der Ethik eines Gerechten engagierte er sich für das Erbe und die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, gegen Rassismus und Antisemitismus.“ Zusammen mit dem Stiftungsrat habe Elias die Herausgabe und Dramatisierung des Tagebuchs von Anne Frank verantwortlich geleitet.

          Eine Geschichte aus Frankfurt

          Bei einer Vorstellung eines Buches über die Familie Frank 2009 in Frankfurt sagte Elias, das weltberühmte Tagebuch seiner Cousine sei „zum Wichtigsten“ in seinem Leben geworden. Seine „Spielkameradin“ habe sich mit ihrem Schreiben als große Schriftstellerin erwiesen.

          Elias wurde 1925 in Frankfurt am Main geboren, wo er in den ersten Jahren mit den Cousinen Margot und Anne Frank aufwuchs. 1931 emigrierte seine Familie in die Schweiz.

          2012 hatte Buddy Elias als Präsident des Anne Frank Fonds Basel beschlossen, dem Jüdischen Museum Frankfurt die Bestände - Gemälde, Fotos, Erinnerungsstücke und Möbel - aus dem Besitz der seit dem 16. Jahrhundert in Frankfurt ansässigen Familie von Anne Frank zu überlassen. Sie sollen Teil einer künftigen Dauerausstellung des Jüdischen Museums bilden.

          „Die Sachen gehören hierher, nach Frankfurt“, hatte Buddy Elias im Oktober 2013 im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen gesagt. „Ich bin mit allen diesen Sachen aufgewachsen, sie gehörten meinen Eltern, meinen Großeltern oder meinen Urgroßeltern, aber jetzt habe ich das Gefühl, wenn diese Gegenstände sprechen könnten, sie würden weinen vor Freude, dass sie wieder zu Hause sind.“ Für ihn selbst war eine Rückkehr in seine Geburtstadt nie eine Option. „Aber meine Beziehung zu Frankfurt ist sehr stark. Denn ich weiß: Die Geschichte meiner Familie ist eine Geschichte aus Frankfurt.“

          Elias besuchte die Schauspielschule am Konservatorium Basel und vervollständigte seine Ausbildung in Zürich. Am Anfang seiner Karriere spielte er viel Theater und war von 1947 bis 1961 Komiker bei „Holiday On Ice“. Mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Gerti Elias (81) bekam er zwei Söhne.

          Die 1929 in Frankfurt geborene Anne Frank war mit ihren Eltern vor den Nazis nach Amsterdam geflohen, wo sie verraten und verhaftet wurden. Sie starb im März 1945 im Alter von 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch in Form von Briefen an die fiktive Freundin Kitty ist eines der wichtigsten Zeugnisse des Leidens im Holocaust. Geschildert wird darin das Hoffen und Bangen in einem Amsterdamer Hinterhaus, in dem sich ihre Familie und Freunde von 1942 bis 1944 vor dem Nazi-Terror versteckten. Es gilt als eines der bekanntesten und weltweit am meisten gelesenen Bücher.

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