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Merkel in Düsseldorf : Welches Narrativ?

Angela Merkel und die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie in Düsseldorf. Bild: dpa

Bei einer Veranstaltung am Schauspielhaus in Düsseldorf gibt die scheidende Bundeskanzlerin geschickt Auskunft über das, was kommt.

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          War das jetzt noch einmal die Einladung, auf Sicht zu fahren? Die Bundeskanzlerin meinte mit aufreizender Beiläufigkeit, sie finde sowieso, man solle mehr in der Gegenwart leben, die könne man nämlich auch versäumen, so man außengeleitet immer schon einen Tag weiter sei, und das nannte Angela Merkel spöttisch „eine dumme Sache“. Das Leben wäre dann dumm gelaufen, vielleicht superschlau, aber doch saudumm, weil am Leben vorbei.

          Man muss den Zusammenhang von Merkels Jetzt-Bekenntnis kennen, das sie bei einer Unterhaltung mit der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie gestern im Düsseldorfer Schauspielhaus ablegte. Natürlich wollte sie damit nicht am Ende ihrer Amtszeit für eine Politik nur bis zur nächsten Ecke werben. Auch hat sie nicht eben gerade – besser spät als nie – die psychologische Achtsamkeit entdeckt und möchte diese nun unters Volk bringen. Nein, das meinte die Kanzlerin nicht mit ihrer Ansage des gegenwärtigen Moments. Ihr ging es einfach nur darum, die aufgebrezelte Frage der Moderatorin nach ihrem „Narrativ“ für den nächsten Lebensabschnitt zu kontern, die ihr im Schauspielhaus gestellt worden war.

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