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Thomas Mann trifft Max Beckmann : Als Quappi seekrank wurde und man vormittags fünf Cognac trank

  • -Aktualisiert am

„Stimmung beträchtlich erhöht“: Hafenszene mit Blick auf die Skyline von Manhattan, 1952 Bild: Picture Alliance

Das gab es nur einmal: Thomas Mann und Max Beckmann verbrachten im Sommer 1947 zehn gemeinsame Tage an Bord eines Überseedampfers. Die beiden eitlen Künstler belauerten sich dabei.

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          Für Thomas Mann, der seit 1938 in den Vereinigten Staaten lebte, war es bereits die neunte Überfahrt, für Max Beckmann hingegen eine Premiere, er hatte Europa noch nie verlassen. Im Sommer 1947 überquerten beide zusammen den Atlantik. Mit ihren Frauen waren sie an Bord des niederländischen Dampfers Westerdam, der am 30. August in Rotterdam ablegte und am Morgen des 8. September, aufgrund der stürmischen See einen Tag später als geplant, in New York eintraf.

          Persönlich begegnet waren sich die beiden noch nie. Allerdings waren sie über den Status des jeweils anderen im Bilde, der umfassend belesene Max Beckmann mehr als Thomas Mann, dessen Kunstgeschmack eher dem neunzehnten Jahrhundert nachhing. In den dreißiger Jahren, noch in der Schweiz ansässig, hatte er Max Beckmann aber einmal als „sehr ordentlichen Künstler“ tituliert. Am Tag der Einschiffung galt Manns Augenmerk aber zunächst Beckmanns Frau Mathilde (Quappi) Kaulbach. Sie war die Tochter des bekannten Münchner Porträtmalers Friedrich August Kaulbach, der Jahrzehnte zuvor Thomas Manns spätere Frau Katia gemalt hatte. „Die Frau anziehender als er“, vermerkte der Schriftsteller am 30. August über Beckmann.

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