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Aktionskünstler beantragt Asyl : Pawlenski nach Paris geflohen

Eine seiner bekanntesten Aktionen: Pjotr Pawlenski mit Benzinkanister vor dem Hauptportal des Geheimdienstes FSB Bild: Reuters

Mit spektakulären Aktionen hat sich Pjotr Pawlenski einen Namen als Regimekritiker gemacht. Jetzt ist er in Russland wegen sexueller Belästigung angezeigt worden. Er bestreitet die Vorwürfe.

          Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski ist mit seiner Familie nach Paris ausgereist und will dort um politisches Asyl ersuchen. Der Anlass war eine Klage wegen angeblicher sexueller Übergriffe seitens Pawlenskis und seiner Frau Oksana Schalygina, die die Schauspielerin Anastasia Slonina bei der Polizei eingereicht habe, erklärt der Künstler. Aufgrund dieser Anzeige waren er und seine Frau kürzlich bei ihrer Rückkehr aus Warschau am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen, verhört, dann aber freigelassen worden. Sloninas Anschuldigungen bedrohen Pawlenski und Schalygina, die nirgends gemeldet sind, mit einer Haftstrafe, ihre beiden Kinder aber, die nirgends zur Schule gehen, mit einer Erziehung in staatlichen Kinderheimen.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Slonina, die am regimekritischen Dokumentartheater teatr.doc tätig war, hatte sein einiger Zeit den Kontakt zu ihm und seiner Frau gesucht, sagt Pawlenski. Die von ihr in ihrer Anzeige behaupteten gewaltsamen Handlungen hätten niemals stattgefunden, versichert der Künstler, der sie als Polizeispitzel und Denunziantin bezeichnet. Slonina selbst nahm Anrufe nicht entgegen.

          Pawlenski ist einer der einflussreichsten russischen Künstler. Bei seiner jüngsten Aktion „Bedrohung“ im November 2015 legte er am Hauptportal des Geheimdienstes FSB Feuer. Das Bild des Künstlers, der mit dem leeren Benzinkanister vor der brennenden Tür steht, wurde zum Symbol der Furchtlosigkeit vor diesem allmächtigen Unterdrückungsapparat. Pawlenski wurde inhaftiert und nach einem halben Jahr wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe verurteilt.

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