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50 Cents Herausforderung : Lies oder stirb!

  • -Aktualisiert am

„Get Rich Or Die Tryin“ hieß 50 Cents Debütalbum. Da das mittlerweile geschafft scheint, geht es nun um die Buchstaben. Bild: AP

Bildung ist Trumpf: Wie ein Gangsta-Rapper seinen Intimfeind mit einer Leseschwäche zu demütigen versucht.

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          Floyd Mayweather polarisiert. Die einen lieben den Boxer für seine Extravaganz, die anderen hassen ihn dafür. Kein Sportler verdient mehr Geld als er, darüber lässt der aus ärmsten Verhältnissen stammende Weltergewichts-Weltmeister allerdings auch niemanden im Zweifel. Mayweather protzt mit seinen Autos ebenso wie mit seinen Juwelen, ja selbst mit seinen Schuhen trumpft er auf, die er angeblich nur einmal trägt, ehe er sie wegwirft.

          Für ein Kräftemessen mit diesem Muskelpaket muss man sich also etwas Besonderes einfallen lassen. Sein früherer Freund, der Gangsta-Rapper 50 Cent, der mit dem Boxer inzwischen aber eine öffentlich ausgetragene Feindschaft unterhält, hat sich für seine jüngste Demütigung – unter Rappern diss genannt – offenbar an Schlemihl, dem Buchstabendealer aus der „Sesamstraße“, orientiert. Frei nach dem sozialarbeitertauglichen Motto „Mord ist out, Bildung in“ hat der Sänger nun eine Drohung per Video an Mayweather gesandt: „Ich spende 750 Riesen, wenn du es schaffst, eine Seite ,Harry Potter‘ laut zu lesen, ohne zu stocken oder es zu versauen“, heißt es da.

          Siebenhundertfünfzig Riesen, das sind ungerechnet immerhin 560000 Euro. Der Musiker will den Boxer so an seiner angeblich empfindlichsten Stelle treffen, weil er davon überzeugt ist, dass sein ehemaliger Freund nicht oder nur schlecht lesen kann. Und der „Möchtest du ein- Z kaufen“-Schlehmil wusste, wie man Partner mit Buchstaben über den Tisch zieht. Mayweather, der stets einen Rucksack mit einer Million Doller dabeihaben soll (für den Fall, dass er unterwegs etwas Schönes sieht), mag an diesem Streich womöglich am meisten ärgern, dass man Buchstaben nicht einfach kaufen kann.

          Sollte er jedoch die Herausforderung annehmen, könnte er durchaus Geschmack an der Sache finden. Auch „Harry Potter“ handelt schließlich von einem Jungen, der aus dem Nichts kommt und sich gegen alle Widerstände und bösen Mächte durchboxt. Dann wäre der Widersacher 50 Cent auf alle Fälle geschlagen – ob nun gestottert oder nicht.

          Sandra Kegel

          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

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