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Steigende Infektionszahlen : Feldlazarett für Corona-Patienten in Hongkong eröffnet

  • Aktualisiert am

Bis zu 500 stabile Patienten sollen in dem provisorischen Feldlazarett untergebracht werden. Bild: dpa

Die provisorische Klinik mit 500 Betten soll stabile Covid-19-Patienten aufnehmen. In anderen Ländern steigen die Infektionszahlen ebenfalls: Philippinische Ärzte fordern deshalb abermals eine Ausgangssperre.

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          Angesichts dramatisch ansteigender Corona-Infektionszahlen haben die Behörden in Hongkong am Samstag ein Feldlazarett für 500 Covid-19-Patienten eröffnet. Die auf dem ehemaligen Expo-Gelände eingerichtete provisorische Klinik werde Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren aufnehmen, die sich in stabilem Zustand befinden, sagte Larry Lee von der Hongkonger Krankenhausbehörde vor Journalisten. Bereits am Samstag sollten demnach 20 bis 30 Patienten eintreffen.

          Ziel sei es, mit dem Coronavirus infizierte Menschen zu isolieren und sie angemessen zu behandeln, sagte Lee. Neu ankommende Patienten würden geröntgt sowie Blut-, Speichel- und Herzuntersuchungen unterzogen. Patienten, die als instabil einzustufen seien, würden in andere Krankenhäuser verlegt.

          Hongkong hatte die Corona-Pandemie zunächst gut unter Kontrolle bekommen. Seit Ende Juli steigen die Infektionszahlen jedoch wieder stark an. Am Samstag meldeten die Behörden 125 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in der Finanzmetropole stiegen damit auf fast 4000, die Zahl der Todesfälle erhöhte sich auf 31.

          Ärzte auf den Philippinen fordern neue Ausgangssperren

          Angesichts eines dramatischen Wiederanstiegs bei den Corona-Infektionsfällen auf den Philippinen haben dutzende Ärzteverbände die Regierung aufgefordert, Lockerungen von der Ausgangssperre wieder zurückzunehmen. „Wir sind dabei, den Kampf gegen Covid-19 zu verlieren und müssen einen starken und entschlossenen Handlungsplan entwickeln“, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Brief von 80 Mediziner-Verbänden an Staatschef Rodrigo Duterte. Die Gesundheitsbehörden meldeten derweil mit fast 5000 Neuinfektionen einen neuen Ansteckungsrekord.

          „Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen stehen vereint zusammen, um ein SOS-Signal an die Nation zu senden: Unser Gesundheitssystem ist überfordert“, heißt es in dem Brief. Die 80 Ärzteverbände, die insgesamt zehntausende Mediziner vertreten, forderten die Wiedereinführung von Ausgangssperren in der Hauptstadt Manila und umliegenden Provinzen bis zum 15. August. Dies würde dem Land Zeit geben, „unsere Pandemie-Kontrollstrategie zu verfeinern“. Die Unterzeichner-Organisationen attestierten den Behörden ein „furchtbares Versagen“ bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen von mit dem Coronavirus Infizierten. Auch sei die Situation im öffentlichen Verkehr und an vielen Arbeitsstätten unsicher.

          Als Reaktion auf den offenen Brief betonte Dutertes Sprecher Harry Roque: „Ihre Stimmen werden gehört. Wir können es uns nicht erlauben, unsere modernen Helden im Stich zu lassen.“

          Nach Angaben des philippinischen Gesundheitsministeriums starben seit Beginn der Pandemie 34 Mitarbeiter des Gesundheitswesens an den Folgen einer Corona-Infektion. Bis Samstag meldete der Inselstaat insgesamt mehr als 2000 Corona-bedingte Todesfälle und rund 98.000 Infektionen. Im März hatte Duterte wegen der Pandemie eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt. Mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns wurden viele Restriktionen inzwischen jedoch gelockert. Für den drastischen Anstieg bei den Infektionsfällen machte die Regierung die Nichteinhaltung von Hygieneregeln verantwortlich.

          Japanische Präfektur Okinawa ruft Notstanda us

          Japans bei Touristen beliebte Präfektur Okinawa hat wegen rasant steigender Corona-Fallzahlen den Notstand ausgerufen. Gouverneur Denny Tamaki forderte die Menschen auf, zwei Wochen zu Hause zu bleiben und nicht unbedingt notwendige Ausflüge zu vermeiden. Die im Süden Japans liegende Inselkette hatte zuletzt täglich neue Rekord-Fallzahlen verzeichnet, von denen die meisten bei den dort stationierten amerikanischen Streitkräften festgestellt wurden.

          „Wir sehen eine explosionsartige Ausbreitung von Infektionen“, sagte Tamaki vor Reportern. Der Notstand werde bis zum 15. August verhängt, da die Krankenhäuser mit der Welle an Neuinfektionen überfordert seien. Die Beschränkungen sind im Gegensatz zu ähnlichen Maßnahmen in Europa nicht verpflichtend, dennoch werden die Vorgaben von den Japanern in der Regel respektiert.

          Okinawa meldete am Freitag 71 neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 395 erhöhte. Nach Angaben der örtlichen Behörden sind die amerikanischen Streitkräfte für 248 der Fälle verantwortlich, was die Spannungen zwischen der amerikanischen Armee und der Bevölkerung zusätzlich anheizt. Die Präsenz der amerikanischen Streitkräfte ist in Okinawa seit langem umstritten. Auf der Okinawa-Hauptinsel sind rund 20.000 Soldaten der amerikanischen Marine stationiert, hinzu kommen tausende weitere Streitkräfte anderer Armeeeinheiten.

          Neuer Höchstwert in Polen

          Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46 346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus.

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