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Jasper von Altenbockum (kum.)

Umfragetief : Erleben wir die letzten Zuckungen der FDP?

Christian Lindner Bild: dpa

Zum ersten Mal liegt die FDP in einer Umfrage wieder unter fünf Prozent. Aus eigener Kraft scheint sie aus diesem Tief nicht emporsteigen zu können.

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          Es war abzusehen, dass die FDP in der Wählergunst weiter sinken würde. Zu viele Augenblicke reihten sich aneinander, in denen die Partei nicht als staatstragend, sondern als selbstverliebt erschien. Schwierig ist die Lage für die Liberalen ohnehin, weil sich ihr Begriff von Freiheit gerade in Corona-Zeiten nicht immer klar abgrenzen lässt von hedonistischer Spaßkultur auf der Linken oder aggressiver Systemkritik auf der Rechten.

          Aber entscheidend ist wohl, dass sich der Vorteil, Opposition in Zeiten einer großen Koalition sein zu können, in den Nachteil verwandelt hat, sich gegen eine übermächtige CDU/CSU abheben zu müssen. Die deckt derzeit von Laschet bis Söder, von Merz bis Merkel alles ab, was einer wachsenden Mehrheit Vertrauen einflößt.

          Gradmesser dafür ist, dass auch die Grünen schwächeln und die AfD schlappmacht. Weder für SPD noch für die FDP ist das allerdings ein Trost.

          Jetzt ist die FDP zum ersten Mal in einer Umfrage unter die Fünfprozentmarke gefallen. Das müsste für Christian Lindner ein Signal sein, dass es so nicht weitergehen kann. Seine Möglichkeiten sind allerdings begrenzt. Denn zugleich Schwäche und Stärke des FDP-Vorsitzenden ist das personelle Hinterland, in dem sich liberale Lichtgestalten nicht gerade tummeln.

          Lindner und die FDP können nur hoffen, dass sich die Konkurrenz in ihrem Sinne aufstellt. Bislang hieß das immer: Mit der FDP schlecht zu regieren ist allemal besser, als ohne sie noch schlechter zu regieren.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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