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Bayerns zwei Gesichter : „Keine Feuer legen, bitte“

Einmal tief durchatmen bei Robert Lewandowski: Bayern musste mal wieder Punktverluste in der Bundesliga hinnehmen. Bild: AFP

War es ein Taktik-Sieg von Julian Nagelsmann gegen Niko Kovac? Die Bayern haben offenbar nicht schnell genug auf Veränderungen des Gegners reagiert – und rutschten in der Tabelle ab. In München will man aber Ruhe bewahren.

  • Aktualisiert am
          3 Min.

          Thomas Müller ärgerte sich über das „Geschenk mit Schleife“, das die Bayern RB Leipzig gemacht hatten. Für Kapitän Manuel Neuer waren es „zwei verlorene Punkte“. Die Stars von Bayern München waren nach dem 1:1 (1:1) bei RB Leipzig ziemlich frustriert. In der Tabelle rutschte der Doublesieger ab. Das sorgte vor dem Champions-League-Start am Mittwoch gegen Roter Stern Belgrad (21 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) für Unruhe.

          „Ich bin enttäuscht, das muss ich ganz klar sagen“, meinte ein angefressener Neuer, nachdem die Bayern ihren Gegner im ersten Durchgang nach allen Regeln der Kunst beherrscht hatten. „Nach der ersten Halbzeit hätte es niemals mit 1:1 in die Pause gehen dürfen. Wir waren so dominant, der Gegner hatte fast keine Torchance“, ärgerte sich Müller, der mit einem feinen Pass das 1:0 durch Robert Lewandowski (3. Minute) vorbereitet hatte.

          Bundesliga

          Laut Müller waren die Bayern nach Leipzig gekommen, „um die Tabellenführung zu erobern“. Lange sah es auch danach aus, der Rekordmeister zerlegte seinen Gegner, hatte 71 Prozent Ballbesitz und ließ es so erst gar nicht zu dem so gefürchteten Power-Pressing der Leipziger kommen. Doch das Elfmetertor durch Emil Forsberg (45.+3) nach einem unglücklichen Foul von Lucas Hernández an Yussuf Poulsen brachte RB ins Spiel zurück. „Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir den Leipzigern das 1:1 geschenkt haben“, sagte Müller – eingepackt und mit Schleife.

          Die Kontrolle verloren

          Auch für Trainer Niko Kovac hatte der Doublesieger an diesem Abend zwei Gesichter. „Wir haben in der ersten Halbzeit für mich persönlich das beste Spiel gemacht, seitdem ich hier bin“, schwärmte der Kroate, musste aber auch eingestehen. „Wir hatten dann Probleme, es wurde ein Schlagabtausch. Unterm Strich bin ich mit dem einen Punkt nicht zufrieden.“

          Der Grund für den Einbruch im zweiten Durchgang lag nach Meinung der Bayern-Profis darin, dass man mit den Umstellungen von Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann nicht klargekommen sei. „Es ist doch bekannt, dass Julian Nagelmann taktisch oft umstellt. Da müssen wir auch drauf reagieren und mutiger spielen“, sagte Neuer, der sein Team mit zwei, drei glänzenden Paraden sogar noch vor einer Niederlage bewahrte.

          Was hatte Nagelsmann gemacht? Er löste die Fünferkette auf und wechselte mit Diego Demme einen weiteren Spieler für das defensive Mittelfeld ein, um in allen Mannschaftsteilen Gleichzahl zu den Bayernakteuren herzustellen. Jeder bekam so einen klaren Gegenspieler, und die Bayern kamen mit dem hohen Druck der Leipziger nicht mehr zu recht, begannen Fehler zu fabrizieren. RB holte sich mit gewonnenen Defensivzweikämpfen zurück in die Partie, tankte Selbstvertrauen und war den Münchenern in der zweiten Hälfte sogar leicht überlegen, sodass Nagelsmann anschließend konstatieren konnte: „Am Ende ist das Ergebnis nicht mega unverdient.“

          Die taktische Ausrichtung ist auch bei den Bayern Sache des Trainers, doch weder Neuer noch Müller wollten Kovac einen Vorwurf machen. „Keine Feuer legen, bitte“, meinte Müller nur, als er darauf angesprochen wurde, ob Kovac eine Schuld treffe. Offenbar hat man beim FC Bayern keine Lust mehr auf eine abermalige Dauerdebatte um den Coach. Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic sprang Kovac in der Fernsehsendung Sport1-Doppelpass sogar bei. „Der Trainer hat doch eingegriffen. Er hat von außen auch etwas gesagt. Aber auch die Spieler müssen selbst erkennen, dass da eine Umstellung stattgefunden hat.“ Man rede beim FC Bayern schließlich „nicht von einer Kreisliga-Truppe“, fügte Bobic an, der einst Kovac zur Eintracht holte. Der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack sieht in der Kritik an Trainern bei taktischen Fragen ein grundsätzliches Problem. „Da wird zu viel dem Trainer hingeschoben. Die Spieler bekommen heute viel mehr Hinweise als wir damals“, sagte der ehemalige Nationalspieler.

          Beim FC Bayern aber will man sich ohnehin lieber auf die anstehenden Aufgaben, wie am Mittwoch zum Start der Königsklasse gegen die Belgrader, konzentrieren. „Leipzig spielt auch Champions League. Das ist das Niveau, das uns am Mittwoch erwarten könnte“, stellte Neuer fest, der gegen die Serben einen Heimsieg forderte. Fehlen wird den Münchnern dabei David Alaba. Der Österreicher erlitt vor der Partie in Leipzig einen Muskelfaseriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels und fällt vorerst aus.

          Leipzig geht dafür mit mehr Euphorie in seinen Champions-League-Auftakt. „Wir haben in der Liga zehn Punkte aus vier Spielen geholt. Diese Stabilität ist wichtig für die Bundesliga und gibt uns auch Zuversicht für die Champions League“, sagte Nagelsmann vor seiner Premier in der Königsklasse mit RB am Dienstag bei Benfica Lissabon (21 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und beim Streamingdienst DAZN) und war sogar zum Scherzen aufgelegt. „Es sind noch 30 Spiele zu gehen. Wenn wir die alle gewinnen, dann sind wir deutscher Meister“, rechnete der Neu-Trainer des Tabellenführers mit einem Augenzwinkern vor.

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