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FAZ-Sprinter : Im Zickzackkurs unterwegs

Unsere Sprinter-Autorin: Rebecca Boucsein Bild: Robert Wenkemann

Die „Alan Kurdi“ sucht abermals einen sicheren Hafen für Bootsflüchtlinge, Annegret Kramp-Karrenbauer verheddert sich auf der Suche nach einem Kurs – und Großbritannien taucht wieder auf der Bildfläche auf. Der F.A.Z.-Sprinter

          Wer der EU dieser Tage ein Haltungsproblem attestiert, dürfte mit dieser Meinung nicht alleine sein. Obwohl die sogenannte Flüchtlingskrise bereits vier Jahre zurückliegt, haben es die Mitgliedstaaten nicht geschafft, sich auf einen Verteilmechanismus für Flüchtlinge zu einigen. Noch nicht mal ein vorübergehender Mechanismus ist in Sicht. Warum? Weil nur „drei bis fünf, höchstens sechs Staaten“ bereit sind, bestimmte Kontingente an Flüchtlingen aufzunehmen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert gestern zu Protokoll gab. Die Folge: Menschen wie Carola Rackete, die eine humanitäre Haltung ihr eigen nennen und Hilfesuchende retten, schlingern durch das Mittelmeer, weil die Blockadehaltung von Staaten wie Italien sie vom Kurs abbringt.

          Rebecca Boucsein

          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          „Wir können nicht aus Furcht vor Rechtspopulisten die Grundlagen der EU wie die Menschenwürde über den Haufen werfen“, fordert angesichts dieser Tatsachen der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit meinem Kollegen Reinhard Bingener. Natürlich müsse man über Steuerungswirkungen nachdenken und vor allem die Not in den Herkunftsländern bekämpfen. „Aber man kann nicht, bis eine Lösung gefunden ist, Menschen einfach ertrinken lassen.“ Auch fast drei Viertel der Deutschen denkt so und befürwortet die private Seenotrettung.

          Was es heißt, diese Haltung in Tat umzusetzen, erlebt meine Kollegin Julia Anton seit mehreren Tagen auf der „Alan Kurdi“, einem Schiff der deutschen Hilfsorganisation „Sea Eye“. Nachdem maltesische Streitkräfte die 65 vor Libyen geretteten Flüchtlinge von Bord abgeholt hatten, hat das Schiff am Montagabend mehr als 40 Bootsflüchtlinge aufgenommen. Nun wartet die Besatzung abermals auf eine Rückmeldung von maltesischer Seite. Die Rettungsmission geht also weiter.

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          Während sich im Moment im politischen Europa alle Augen auf Ursula von der Leyen richten, die in Brüssel für sich als künftige EU-Kommissionspräsidentin wirbt, ist die  CDU in der Heimat aktuell weitgehend unbemerkt auf der Suche nach einer Richtung. Wohin soll es gehen? Das fragen sich viele – nicht nur in der Partei – und blicken auf die Vorsitzende der Christdemokraten. „Sie streichelt die Konservativen bei einem ,Werkstatt-Gespräch‘ zur Flüchtlingspolitik und haut im Karneval zum Thema Geschlechtergerechtigkeit einen Scherz raus, der früher als Herrenwitz bezeichnet worden wäre“, kommentiert mein Kollege Eckart Lohse. Das Thema CO2? Hat die Partei verschlafen, bemerke Annegret Kramp-Karrenbauer. Ein tragfähiges Konzept? Kommt bald. Unseren Autoren erinnert sie an einen Künstler im Zirkus, der Teller auf dünnen Stangen balanciert, indem er sie im Schwung hält. „Statt einer Richtung gibt es ein rasantes Hin und Her.“ Es bleibt abzuwarten, ob Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Kurs findet.

          Ebenfalls etwas vom Radar der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden ist Großbritannien. Dort touren derzeit Jeremy Hunt und Boris Johnson durch die Lande, um die Basis der Tories von sich als zukünftigem Parteivorsitzenden zu überzeugen. Letzterer, der nach wie vor als Favorit für die Nachfolge Theresa Mays gilt, hatte zuletzt mit einer harten Gangart in Sachen Einwanderung von sich Reden gemacht. Doch das eigentlich entscheidende Thema ist: Wer von beiden Kandidaten hat den glaubwürdigeren Brexit-Plan? Egal wie das Duell am 23. Juli ausgeht: Der britische „Guardian“ zittert bereits jetzt: „Es ist unfassbar, das diese beiden Männer mit offensichtlicher Gleichgültigkeit gegenüber den Jobs der Menschen bereit sind, die Wirtschaft in den Abgrund zu stoßen sowie die Einheit des Landes und den hart erkämpften Frieden in Nordirland aufs Spiel zu setzen.“, schrieb das Blatt jüngst. Heute Abend stehen sich beide bei einem weiteren Fernsehduell gegenüber. FAZ.NET hält Sie auf dem Laufenden.

          Und sonst? Nehmen Familie und Kameraden am Standort des Luftwaffen-Geschwaders 73 „Steinhoff„ in Laage Abschied von dem jungen Eurofighterpiloten, der vor zwei Wochen bei einer Kollision mit einem anderen Jet sein Leben verlor. Werden in Wimbledon die Viertelfinalpartien der Damen ausgetragen. Verkündet das Landgericht Freiburg im Prozess um die jahrelang verschwundene Maria das Urteil.

          Die Nacht in Kürze

          Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hat das geplante Auslieferungsgesetz für „gestorben“ erklärt. Hunderttausende Demonstranten waren aus Furcht um ihre Freiheiten zuvor dagegen auf die Straße gegangen.

          Der EU-Innenkommissar hat Europas Mitgliedsstaaten aufgefordert, sich auf eine vorübergehende Regel zur Verteilung von Flüchtlingen zu einigen. Unsere Autorin Julia Anton ist derzeit mit Dutzenden von ihnen auf der „Alan Kurdi“ unterwegs. Welche Länder sie aufnehmen werden, ist weiter unklar.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump teilt nach dem Bekanntwerden kritischer Memos gegen seine Person gegen den britischen Botschafter in Washington aus. Er greift dabei auch die scheidende Regierungschefin Theresa May an.

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