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FAZ.NET-Sprinter : Ende der Ewigkeit

Erstmals seit Jahrzehnten soll Kubas Staatschef nicht mehr Castro heißen. Bild: EPA

Ein Machtwechsel könnte das Bild Kubas in der Welt grundlegend ändern – und auch in Berlin steht ein stimmungsvoller Abschied an. Derweil gerät Bayerns neuer Ministerpräsident Söder schon zum Auftakt an seine Grenzen.

          Mit den Castros ist es wie mit dem Musikern des Buena Vista Social Club. Wer an Kuba denkt, dem kommen beide in den Sinn. Sie sind weltbekannt. Alt. Und irgendwie gefühlt immer noch das Gesicht der Karibikinsel. Doch das Gefühl täuscht. Die Reihen im musikalischen und inzwischen auch im politischen Establishment der kubanischen Revolution lichten sich. Compay Segundo, Ibrahim Ferrer und Ruben Gonzalez sind ebenso zu Geschichte geworden wie Fidél Castro, der vor eineinhalb Jahren starb. Am heutigen Tag aber steht eine Zäsur an, die das Bild Kubas in der Welt grundlegend verändern wird. Zum ersten Mal seit knapp 60 Jahren wird an die Spitze des Landes ein Mann rücken, der nicht den Namen Castro trägt. Die Nationalversammlung in Havanna dürfte Miguel Díaz-Canel zum Nachfolger von Raúl Castro wählen. Der 58 Jahre alte Politiker gilt schon länger als Kronprinz des 86 Jahre alten Bruders des verstorbenen Revolutionsführers. Ob der neue Präsident für einen politischen Aufbruch steht, daran hat unser Amerika-Korrespondent Andreas Ross so seine Zweifel. Den Kubanern wäre es zweifellos zu wünschen. Musikalisch leben sie (und wir) mit dem Sòn Cubano gerne weiter.

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          Gut leben lässt es sich auch in Bad Staffelstein. Die 10.000-Einwohner-Stadt mit ihren zehn Brauereien nennt sich mit erkennbarem Stolz fränkische Biermetropole. Ein Ort wie geschaffen für den neuen bayerischen Ministerpräsidenten. Markus Söder (CSU) ist für seinen Vorgänger so ziemlich das Gegenteil eines Wunschkandidaten gewesen. Aber Söder kann das egal sein. Bayern ist für den 51 Jahre alten Nürnberger ohne Horst Seehofer vermutlich noch ein wenig schöner geworden. Befreit vom „Alten“ hat die Gestaltungsmacht Söders dennoch ihre Grenzen, Ministerpräsident hin, Freistaat her. Söder wird den Landtagsabgeordneten heute statt süffigem Bier sauren Wein einschenken müssen. Über zwei Jahre wurde in Bayern darüber gestritten, ob neben dem Bayerischen Wald und den Berchtesgadener Alpen ein dritter Nationalpark entstehen soll. Wie eine eigentlich ganz wunderbare Idee nach und nach zermahlen wird, berichtet mein Münchner Kollege Timo Frasch.

          Wenn Sie von Führungswechseln danach noch nicht genug haben, gibt es ab 20 Uhr 40 in Berlin noch einen ganz besonders stimmungsvollen Abschied zu verfolgen. Garantiert mit Musik. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verabschiedet dann ihren obersten Soldaten, Generalleutnant Volker Wieker. Auch dieser Abschied ist eine Zäsur. Denn Wieker ist seit 2010 im Amt und damit der am längsten amtierende Generalinspekteur in der Geschichte der Bundeswehr. Ein bestelltes Haus hinterlässt er seinem Nachfolger, Generalleutnant Eberhard Zorn, nicht. Das liegt freilich nicht in erster Linie an Wieker. Die Gründe für die Missstände in der Bundeswehr sind Legion und haben sich über Jahrzehnte zu einem gordischen Knoten verflochten. Die vermutlich letzte Debatte, die Wieker in seiner Funktion dazu noch miterleben muss, brach am Dienstag der AfD-Abgeordnete Jan Nolte vom Zaun – bis vor wenigen Monaten aktiver Zeitsoldat und damit Wiekers Untergebener. Die Bundeswehr verweichliche, sagte er. Zu Recht? Wir haben uns in der Truppe umgehört.

          Und sonst: Sollen die OPCW-Ermittler, die seit Samstag in Damaskus darauf warten, mit der Aufklärung des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Douma starten. Debattiert das EU-Parlament über den Facebook-Datenskandal.  Stellt der Internationale Währungsfonds seinen Bericht zur Finanzmarktstabilität vor. Informiert der Handelsverband über den Start der Einzelhändler ins neue Jahr. Beginnen die Feiern zum israelischen Unabhängigkeitstag.

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