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FAZ.NET-Sprinter : Wichtiges Gewitter auf Twitter

Unser Sprinter-Autor: Sebastian Eder Bild: Robert Wenkemann

Heute gilt die verdiente Aufmerksamkeit den Notfalleinsätzen der Feuerwehr – und den internen Diskussionen von SPD und CDU über jene Themen, die ihnen wie ein Klotz am Bein hängen. Was heute noch wichtig wird, lesen Sie im FAZ.NET-Sprinter.

          Unter dem Hashtag berichten an diesem Montag Feuerwehren aus ganz Deutschland von ihren Notfalleinsätzen. Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, die so wichtige und gefährliche Arbeit für die Allgemeinheit leistet – und währenddessen immer wieder körperlich und verbal attackiert wird. Im Gesellschaftsressort schreiben wir regelmäßig über diese Angriffe, die oft von alkoholisierten Männern ausgehen. Die Ausmaße sind trotzdem immer wieder erschreckend. Ein Berliner Feuerwehrmann sagte in einem Interview vor mehr als einem Jahr: „Zu mir hat mal jemand bei einem medizinischen Notfalleinsatz gesagt: ,Geh‘ aus dem Weg, sonst bringe ich dich um.'“ Vielleicht schafft das Twitter-Gewitter, an dem sich auch die Feuerwehr Frankfurt beteiligt, ein wenig mehr Verständnis für die Arbeit der Feuerwehren – warum auch immer das manchen Menschen bisher fehlt.

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Dass die Arbeit von Polizei und Feuerwehr trotz aller Dankbarkeit kritisch hinterfragt werden muss, zeigt ein Fall in Berlin, der uns weiter beschäftigen wird: Eine junge Frau soll ums Leben gekommen sein, weil ein Polizist mit Alkohol im Blut in ihr Auto raste. Selbst Mediziner sind verblüfft, dass sich mehr als ein Jahr lang kein Ermittler für die Blutwerte des Fahrers interessierte. Der Anwalt der Angehörigen des Opfers spricht von einem „furchtbaren Justizskandal“, die Mutter von einem „Ehrenkodex bei der Polizei“, der sie anwidere. Laut der „taz“ schrieb der Polizist eine Woche nach dem tödlichen Unfall auf Facebook: „Ich bin gerade verdammt froh, dass #polizeifamilie wirklich real sein kann. Danke an euch, die gerade da sind und ihren Arsch riskieren.“ Auch Berliner Politiker wollen jetzt mehr wissen. „Es darf nicht der Anschein erweckt werden, gegen Polizisten als Tatverdächtige werde nachlässig ermittelt und erst nach anonymen Hinweisen die erforderlichen Schritte eingeleitet“, schrieb Benedikt Lux, der Innenexperte der Grünen im Abgeordnetenhaus, auf seinem Blog. Seine Liste mit Fragen, die er in der kommenden Innenausschuss-Sitzung stellen will, ist lang. Besonders eine wird auch die Angehörigen des Opfers sehr interessieren: „Warum werden die Ermittlungen erst so spät abgeschlossen?“ 

          Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit, mal über etwas Erfreuliches zu schreiben. Es gibt aber noch einen Text aus der Montagsausgabe der F.A.Z., den ich Ihnen dringend empfehlen möchte – und in dem es schon wieder um ein unerfreuliches Thema geht. Wie berichtet, soll ein Mann im nordrhein-westfälischen Lügde 29 Kinder sexuell missbraucht haben. Schwere Vorwürfe werden seitdem auch gegen Mitarbeiter des Jugendamts erhoben, die entsprechenden Hinweisen nicht nachgegangen seien. Die Politik-Redakteure Kim-Björn Becker und Mona Jaeger sind der Frage nachgegangen, was an den Vorwürfen dran ist. Sie schreiben: „Das System, das Kinder eigentlich schützen soll, ist überlastet und manchmal auch überfordert. Die Politik reagiert erst, wenn das Schlimmste schon passiert ist.“ Damit Sie jetzt nicht mit den schlimmsten Gefühlen aus diesem Newsletter entlassen werden, hier noch der Link zu einem Text von Jörg Thomann, der (Schaden-)Freude macht: Der Kollege hat aus aktuellem Anlass zusammengetragen, mit welchen ungewöhnlichen Gegenständen Räuber von ihren Opfern schon in die Flucht geschlagen worden sind. Mein Favorit: Der Staubsauger, mit dem die Angestellte eines Berliner Spätkaufs gleich zwei bewaffnete Männer in die Flucht schlug.

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          Und sonst? In Iran wird der 40. Jahrestag der von Ajatollah Chomeini angeführten Revolution gefeiert – passend dazu erscheint heute auf der Seite „Gegenwart“ in der F.A.Z. ein Text zu den Folgen des Mordaufrufs, den Ajatollah Chomeini vor 30 Jahren an Schriftsteller Salman Rushdie richtete. Die SPD-Spitze beendet am Montag in Berlin ihre Klausurtagung, F.A.Z.-Innenpolitik-Chef Jasper von Altenbockum beschreibt in seinem Leitartikel, wie die Partei versucht, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Und die CDU schließt ihr „Werkstatt-Gespräch“ zu den Themen Migration, Sicherheit und Integration ab – und präsentiert am Nachmittag die Ergebnisse. Auch in der neuen Folge des Podcasts F.A.Z. Essay geht es um Migration – und um die Frage, wie wir künftig über dieses Thema sprechen sollten, das unser Gemeinwesen elementar betrifft. Unser Autor, der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg, erklärt, warum eine Bewältigung dieser vielleicht größten Herausforderung der zweiten deutschen Demokratie ohne eine Sprache der Mitte kaum möglich sein wird. Den Podcast hören Sie hier.

          Die Nacht in Kürze

          Die Konkurrenz aus China wird immer größer: Siemens und Alstom wollen deshalb zusammen dem chinesischen Bahnkonzern CRRC die Stirn bieten. Doch Europas Wettbewerbsrecht steht im Weg. Die Industriegewerkschaft Metall fordert ein rasches Umdenken.

          Das Feld der Trump-Herausforderer wächst. Mit Senatorin Amy Klobuchar will die nächste Demokratin bei den Präsidentenwahl antreten. Zwei Altbekannte haben sich noch nicht geäußert.

          Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge arbeitet unter Hochdruck. Die Asylverfahren in Deutschland dauern im Durchschnitt lediglich noch sechs Monate. Doch bis man die Vorgabe von Bundeskanzlerin Merkel erreicht, ist es noch weit.

          Country-Sängerin Kacey Musgraves und „This is America“ gewinnen die wichtigsten Grammys. Childish Gambino kommt nicht zur Show – und setzt damit ein Zeichen. Dafür sorgt Michelle Obama für Furore.

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