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FAZ.NET-Sprinter : Welche Rolle spielen Deutsche künftig in der EU?

Unser Sprinter-Autor: Sven Astheimer Bild: Robert Wenkemann

Als Iran eine amerikanische Aufklärungsdrohne abgeschossen hat, wurde aus Trumps Sicht eine Grenze überschritten. Derweil wird es unwahrscheinlicher, dass einer der Spitzenkandidaten der Europawahl Kommissionschef wird. Das und was sonst wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

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          Nach der Europawahl ist vor der Wahl für die europäischen Spitzenämter. Deutschland hat mit Manfred Weber für den Chefposten der Kommission und Jens Weidmann für den EZB-Präsidenten gleich zwei Kandidaten im Rennen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ein echter Verhandlungsprofi und hatte vor dem EU-Gipfel am Donnerstag gleich darauf hingewiesen, dass man ja nicht unter Druck stehe – ein klares Signal an den französischen Präsidenten Macron, der seine eigenen Interessen verfolgt. Und nun werden die Entscheidungen tatsächlich noch einmal vertagt. Wenn selbst Merkel eingesteht, dass es im Rennen um das Amt des Kommissionspräsidenten für keinen der Spitzenkandidaten der politischen Parteien eine Mehrheit gibt, insbesondere für den EVP-Kandidaten Weber nicht, dürften dessen Chancen auf ein europäisches Spitzenamt allerdings deutlich geringer ausfallen als Weidmanns. F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger war beim Treffen der Geldpolitiker im portugiesischen Sintra dabei und weiß in seinem Kommentar, wer „Der richtige Mann“ für die Spitze der Europäischen Zentralbank in politisch schwierigen Zeiten ist.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Dass der Druck auf die Banker wächst, zeigt ein Blick nach Amerika, wo Präsident Donald Trump in den Wahlkampfmodus schaltet und Spekulationen über die Degradierung des nicht immer genehmen Notenbankchefs Powell auslöst. Trumps viel größeres Problem ist jedoch derzeit der Iran. Mit dem Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne hat Teheran ein Zeichen gesetzt, wo aus seiner Sicht die rote Linie verläuft in dem Konflikt, der sich gefährlich zuspitzt. „There`s no easy way out“, sagen die Amerikaner zu einer verfahrenen Lage. Worin „Trumps Schlamassel“ besteht, erklärt Nicolas Busse. Immerhin kann der Mann im Weißen Haus verbuchen, dass sein nordamerikanisches Freihandelsabkommen auf dem Weg ist. Der mexikanische Senat hat schon zugestimmt, der kanadische Premier Justin Trudeau verhandelt in Washington. Trump käme ein „Great Deal“ gerade recht.

          Immer neue Details kommen derweil ans Tageslicht über den Mord am Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Zu lange wurde geschwiegen über Hetze und Drohungen gegen Politiker und Amtsträger. Die Bundeskanzlerin warnt davor, dass aus Worten schnell Taten werden können. Tiefe Einblicke gibt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung im Interview mit Stefan Locke in seinen Arbeitsalltag. „Wir alle schauen uns heute zweimal um“, sagt der SPD-Politiker. Eine Debatte hat begonnen, die so schnell wohl nicht enden dürfte.

          Und sonst? In Aachen werden zum ersten internationalen Streik der Fridays for Future bis zu 20.000 Teilnehmer erwartet, beim EU-Gipfel in Brüssel geht es um die Brexit-Folgen und ein Eurozonen-Budget und in Amerika werden die Ergebnisse der Stresstests für Banken vorgestellt.

          Neu aus der Nacht

          Wasserwerfer und Tränengas verhinderten in Georgien einen Sturm von Demonstranten aufs Parlament. Sie waren erbost über den Auftritt eines russischen Abgeordneten im Plenarsaal.

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