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Carsten Knop

FAZ.NET-Sprinter : Von Kontrolle und Verlust

  • -Aktualisiert am

Innenminister Horst Seehofer Bild: AP

Horst Seehofer will keinen Untersuchungsausschuss. Italien kämpft mit dem Euro und sich selbst. Im Sprinter steht, wer überhaupt noch an der Zukunft arbeitet.

          3 Min.

          Manche sagen, dass die deutsche Volksseele seit dem Dreißigjährigen Krieg eines ganz bestimmt nicht will: Dass im Staate Chaos herrscht. Das habe sich seit den Wirren der damaligen Zeit eingebrannt wie nichts anderes. Ordnung muss sein. Und wenn ausgerechnet der eigene Staat die Kontrolle verliert, dann hört der Spaß auf. Genau das ist es, was die Flüchtlingskrise gleich nach ihrem Beginn politisch so stark aufgeladen hat. Und deshalb ist die Befragung, der sich Innenminister Horst Seehofer (CSU) im Innenausschuss des Deutschen Bundestages stellen musste, über den Tag hinaus wichtig. Lückenhafte Bearbeitung, unzulängliche Kontrolle, Vertuschung gar? Unser Berliner Korrespondent Peter Carstens hat das Geschehen aus der Nähe verfolgt. Seinen Bericht über ein Ereignis, das heute und in den kommenden Tagen in Berlin weiter heftig diskutiert werden wird, lesen Sie hier.  

          Unterdessen hat sich die Bremer Bamf-Chefin zu Wort gemeldet – und ihr Verhalten gerechtfertigt. Doch Seehofer will vor allem eines auf jeden Fall vermeiden: einen Untersuchungsausschuss. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorzuführen, alles öffentlich zu verhandeln und abermals zu beklagen, was seinerzeit durcheinander ging, als innerhalb weniger Monate Hunderttausende Syrer und andere echte oder scheinbare Flüchtlinge über die Grenzen kamen. Das würde im Land (und auch im Parlament) so manchem gefallen.

          Vor der Flüchtlingskrise gab es die Eurokrise, die Merkel auch schon ordentlich Kummer bereitet hat. Und richtig vorbei ist die eine wie die andere nicht. Den jüngsten Beweis dafür liefert Italien. Die wirtschaftliche Lage Italiens erfordert eine zupackende Politik. Die Parole müsste lauten: Land modernisieren! Finanzen sanieren! Eine Regierung aus der Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung aber stünde weder für das eine noch für das andere. Vielleicht würde sie sogar aus der Währungsunion austreten. Grund genug für einen Kommentar von Gerald Braunberger, dem Leiter unseres Finanz-Ressorts. Denn schon sind dunkle Wolken über dem italienischen Anleihemarkt aufgezogen. Und Braunberger weiß auch, wo die größten Risiken liegen. Angesichts der aktuellen Ereignisse wird man selbst in Amerika unruhig, doch auch für Deutschland könnte Gefahr drohen.

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          Wenden wir uns in einer Woche, die manchem im Land nicht nur neue Gewitter, sondern auch einen weiteren Feiertag beschert, erfreulicheren Entwicklungen zu – der Welt der Unternehmen. Denen geht es einerseits blendend (wovon die Politik kräftig profitiert), anderseits stehen sie ebenfalls unter einem erheblichen Druck: Wie nur auf die Digitalisierung reagieren? Das ist die große Frage. Dazu finden sich in der heutigen Ausgabe zwei spannende Texte. Zum einen analysiert unser Hamburger Korrespondent Christian Müßgens, wie der Otto-Konzernchef Alexander Birken, der seit anderthalb Jahren im Amt ist, seinen Versandhändler als ethisch einwandfreie Alternative zu Amazon zu positionieren sucht. Und Susanne Preuß berichtet aus Vöhrigen bei Ulm. Dort gibt es das erste Ladengeschäft des Schraubenhändlers Würth mit 24-Stunden-Betrieb. Schrauben und Schraubenzieher, Schmieröl, Rostlöser und Arbeitshandschuhe, alles automatisch, alles ohne Personal. Wer braucht da noch die Roboter von Amazon? Ein spannendes Experiment. Drücken wir beiden Unternehmen die Daumen.

          Und sonst? Der Bundesnachrichtendienst greift nach Angaben des weltgrößten Internet-Knotenpunktes De-Cix mit Sitz in Frankfurt ungefiltert alle Daten ab. Diese Praxis soll nun überprüft werden, das Bundesverwaltungsgericht verhandelt in erster Instanz. Zudem stellt die OECD ihren halbjährlichen Wirtschaftsausblick vor – und in Amerika werden sich die Aktionäre des Kurznachrichtendienstes Twitter zum ersten Mal seit dem Börsengang ihres Unternehmens ob des gestiegenen Aktienkurses mit guter Laune treffen.

          Die Nacht in Kürze

          Bei Opel sind die meisten Jobs bis zum Sommer 2023 sicher. Der Autobauer einigte sich mit dem Betriebsrat auf ein Eckpunkte-Papier. Danach sollen von den rund 19.000 Beschäftigten höchstens 3700 auf freiwilliger Basis das Unternehmen verlassen.

          Das Recht, innerhalb der EU seinen Wohnort und Arbeitsplatz frei wählen zu können, gilt als Grundpfeiler der EU. Österreichs Vizekanzler Strache stellt diese Freizügigkeit nun offen infrage.

          Zunächst sah es nach einer Annäherung im Zollkonflikt der beiden größten Volkswirtschaften aus. Nun setzt Trump wieder auf Konfrontation. Peking will sich das nicht gefallen lassen.

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          Der Meister muss im leeren Stadion spielen, weil die Zahl der Neuinfektionen zu hoch ist. Doch vor dem Auftakt der Bundesliga spricht Trainer Hansi Flick auch über Personalien.

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