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FAZ.NET-Sprinter : Visionen braucht die Welt

  • -Aktualisiert am

Große Gefühle in Washington: Emmanuel Macron überrascht Donald Trump mit einem Küsschen auf die Wange. Bild: AFP

Europa ist ein digitales Brachland. Da braucht es Leute mit Visionen – zum Beispiel Dorothee Bär. Beim Besuch Macrons in Washington gibt es bislang zwar wenig Visionäres – dafür aber überraschende Zärtlichkeiten.

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          „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, hat Helmut Schmidt einst gesagt – und damit bewiesen, dass wir Deutschen Visionen maximal nüchtern betrachten. Das bekam jüngst auch die Digitalbeauftragte der Bundesregierung, Dorothee Bär, zu spüren, als sie darauf hinwies, dass zu ihrem Aufgabenbereich nicht nur Breitbandausbau gehöre, sondern auch – ja – Visionen. Zum Beispiel Flugtaxis. Mit der Bemerkung traf sie auf Hohn, Spott und Fremdscham. Zu Unrecht. Heute will die Europäische Kommission ihre Strategie zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorlegen. Schon vor einigen Wochen hat die Denkfabrik der Europäischen Kommission dazu ein Papier veröffentlicht – und die Ergebnisse waren erschreckend: Die EU speichert nur 4 Prozent aller Daten, die auf der Welt verarbeitet werden. 37 Prozent der europäischen Arbeitskräfte hat nicht einmal grundlegende digitale Fähigkeiten. Die europäische Wissenschafts- und Forschungsbasis ist zwar stark, kann Erfindungen jedoch kaum zu echten Innovationen machen. Dieser Weckruf blieb erstaunlich unbeachtet. Hoffen wir, dass es dem heute vorgestellten Strategiepapier anders ergeht. Europa braucht Visionen.

          Diesen Satz würde Emmanuel Macron wohl sofort unterschreiben. Der ist derzeit als inoffiziell erster Ansprechpartner Europas für Donald Trump in Amerika. Heute beendet der französische Präsident seine Reise mit einer Grundsatzrede vor dem Kongress. Bereits gestern hat er nach einer Lösung im Streit um das Iran-Abkommen gesucht. Die beiden Präsidenten zelebrierten ihr Treffen mit allerlei Händeschütteln, freundschaftlichem Tätscheln, Küsschen und irritierenden Gesten wie dem Wegwischen von Schuppen beim Anderen. Doch bezüglich des Atomabkommens konnten sich die Staatschefs nicht einigen. Während Trump drohte („Wenn Iran uns bedroht, dann wird er einen Preis zahlen, den wenige Länder gezahlt haben“), zeigte sich Macron bereit, einen neuen Iran-Deal auszuhandeln. Dennoch ist völlig offen, ob die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen Iran weiter aussetzen.

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          Berlin trägt heute Kippa. Nachdem vor einer Woche ein Mann mit Kippa im Stadtteil Prenzlauer Berg – mitten in dieser eigentlich bedingungslos toleranten Stadt – von einem Flüchtling aus Syrien mit einem Gürtel geschlagen wurde, setzt Berlin ein Zeichen gegen Antisemitismus. Für die Solidaritätskundgebung „Berlin trägt Kippa“ haben sich Vertreter aller im Bundestag sitzenden Parteien angekündigt. Der Regierende Bürgermeister wird eine Rede halten, in zahlreichen anderen Städten sind ähnliche Aktionen geplant. Wäre es nicht schön, es kämen genauso viele Muslime wie Juden, Christen und Atheisten? Und alle würden gemeinsam ein Zeichen gegen Antisemitismus und für Religionsfreiheit setzen – und das zusammen mit Vertretern der AfD? Doch leider ist das nur: eine Vision. Und die Polizei fürchtet offenbar, dass es zu gewalttätigen Angriffen auf Kippa tragende Demonstranten kommen könnte.

          Und sonst: Endet in Brüssel die Internationale Syrien-Konferenz unter Vorsitz von EU und UN. Äußert sich Wirtschaftsminister Altmaier zu den Wachstumsprognosen führender Forschungsinstitute. Soll in Kopenhagen das Urteil im Mordprozess gegen den Erfinder Peter Madsen fallen. Beginnt in Berlin die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung. Sind im Prozess um den Bombenanschlag auf den BVB-Bus acht Spieler als Zeugen geladen.

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