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FAZ.NET-Sprinter : Starke Brücken, starker Staat

  • -Aktualisiert am

Starke Brücke, aber mit dunklen Wolken über dem Reichstag: Der Weg zum Paul-Löbe-Haus in Berlin. Bild: dpa

Die Menschen wollen keine maroden Brücken, sondern einen starken Staat, der sich zu verteidigen weiß. Dafür darf gerne Geld ausgegeben werden.

          Die Menschen wollen einen funktionierenden Staat. Sie wollen kein Gemeinwesen, das seine Autobahnbrücken einstürzen lässt oder eine Armee, die nicht mehr in der Lage ist, das Land zu verteidigen. Das zeigt der Blick in unsere heutige Zeitung und unser Internetangebot eindringlich. Das Unglück von Genua zum Beispiel legt die Widersprüche in der Verkehrspolitik der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien offen. Verkehrsminister Danilo Toninelli von den Fünf Sternen hat zwar wenig überraschend und vielleicht auch aus guten Gründen gefordert, die Verantwortlichen für das Unglück zu bestrafen. Was dabei aber leicht übersehen wird: Er selbst war es, der noch vor zwei Wochen verkündet hatte, dass man noch einmal prüfen müsse, ob die Entlastungsstrecke für die altersschwache Strecke in Genua überhaupt gebaut werden müsse. In diese Wunde legt unser Italien-Korrespondent Tobias Piller seine Finger – und wieder zeigt es sich, wie gut es ist, erfahrene Kollegen an Ort und Stelle zu haben. Denn die sehen nicht nur eine Brücke einstürzen. Sie wissen auch, wo man ankommt, wenn man versucht, in hügeligem Gelände eine Ausweichstrecke zu finden.

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          Das mit dem funktionierenden Staat sollten auch die Deutschen beherzigen, denn die Brücken hierzulande sind für die Autofahrer auch keine Quelle der Freude. Eine der Autobahnbrücken, die dringend saniert werden muss, ist die Leverkusener Rheinbrücke in Nordrhein-Westfalen.  Bis das marode Bauwerk durch zwei Neubauten ersetzt wird, werden noch mindestens sechs Jahre vergehen. Und das ist nur ein Beispiel. Wahr ist aber auch, dass die Brücke dank der dort laufenden Bauarbeiten immerhin nicht zusammenbricht.

          Mindestens arg geschwächt ist in den Augen vieler Deutscher hingegen die Abwehrkraft der Bundeswehr. Das zeigt auch die jüngste „Deutsche Fragen – Deutsche Antworten“-Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das Thema Dienstpflicht, so erfährt man dort, hat  für die Bevölkerung keine entscheidende Bedeutung. Sie empfindet die Bundeswehr aber als so schlecht gerüstet wie seit Jahrzehnten nicht. Und sie glaubt auch nicht, dass die Armee auf die neuen digitalen Methoden der Kriegsführung ausreichend vorbereitet ist. Die Deutschen sind deswegen mehrheitlich bereit, trotz ihrer Antipathie gegenüber dem amerikanischen Präsidenten dessen Forderung nach deutlich höheren Verteidigungsausgaben zu akzeptieren. Das ist doch einmal etwas wirklich Neues.

          Und sonst ...

          ...  gibt es heute noch etwas zu gewinnen: FAZ.NET verlost drei mal zwei Eintrittskarten für die „me Convention“, ein Konferenzfestival, in dem es um Zukunftsthemen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Führung und Kreativität geht. Die Konferenz wird von FAZ.NET als Medienpartner begleitet. Sie hatte im vergangenen Jahr auf der IAA in Frankfurt Premiere und  findet nun vom 4. bis 6. September in Stockholm statt. Wer Interesse an den Karten hat, meldet sich gerne bei c.knop@faz.de. Gehen mehr Anfragen ein als Karten zur Verfügung stehen, entscheidet das Los.

          Die Nacht in Kürze

          Rettungskräfte suchen unter den Trümmern der eingestürzten Brücke in Genua weiter nach Überlebenden. Italienische Medien berichten über einen Anstieg der Zahl der Todesopfer.

          Zehn Jahre nach der Finanzkrise zieht die amerikanische Justiz die Großbank Royal Bank of Scotland zur Verantwortung. Wegen des Verkaufs toxischer Wertpapiere muss die Bank eine Milliardenstrafe zahlen.

          Mehr als 300 Priester sollen in den Vereinigten Staaten Kinder sexuell missbraucht haben. Die Taten erstrecken sich über 70 Jahre – und wurden offenbar durch Kirchenobere vertuscht.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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