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FAZ.NET-Sprinter : Nachtzug nach Marrakesch

Unser Autor: Sebastian Eder Bild: Robert Wenkemann

Am Montag weilt Angela Merkel zur Verabschiedung des Migrationspakts in Marrakesch, wo das Hotel der Kanzlerin für einigen Ärger sorgt. Wer säuerliche Mienen hierzulande verantwortet und was sonst wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

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          Hoffentlich lesen Sie diesen Newsletter nicht, während Sie schlecht gelaunt an einem nassen und zugigen Bahnhof stehen, weil der Sprinter nicht kommt. Im Gegensatz zu unserem stets verlässlichen Newsletter, könnte es gut sein, dass der gleichnamige Schnellzug Sie an diesem Montagmorgen im Regen stehen lässt – die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat bundesweit von fünf bis neun Uhr Warnstreiks angekündigt. Die seit zwei Monaten laufenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn hatte die EVG am Wochenende für gescheitert erklärt, die Bahn sprach von einer völlig überflüssigen Eskalation.

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Ausgerechnet Claus Weselsky, der streikfreudige Chef der Lokführergewerkschaft GDL, äußerte sich zu den Plänen seiner Kollegen ebenfalls kritisch: „Ich glaube, die EVG will auch mal zeigen, dass sie streiken kann“. F.A.Z.-Wirtschaftsredakteur Thiemo Hieg schreibt in seinem Kommentar: „Selbstverständlich sind Gewerkschaften frei, im Clinch mit Arbeitgebern ihre Forderungen mit Arbeitsaussetzungen zu unterstreichen.“ Augenmaß sei aber auch im Tarifstreit nicht verkehrt. „Sonst werden nur diejenigen bestraft, die es am wenigsten verdient haben und ohne die gar nichts mehr läuft: Die Bahnfahrer, die die Kassen der Bahn füllen.“

          Falls Sie für die Wartezeit am Bahnhof noch Lesestoff brauchen, kann ich Ihnen einen zweiten Text aus der Montagsausgabe der F.A.Z. sehr ans Herz legen: Unser Korrespondent Christoph Ehrhardt berichtet aus Beirut darüber, wie sich die Terrororganisation des „Islamischen Staates“ (IS) im Untergrund neu organisiert. Insgesamt klingt das alles andere als beruhigend. Der IS hat demnach den Rückzug in den Untergrund, aus dem er einst kam, so gut wie vollzogen – und geht jetzt wieder in die Offensive über. Die Kriegskasse ist nach wie vor mit hunderten Millionen Dollar gefüllt, schreibt Ehrhardt: Die Dschihadisten sollen Schiffscontainer gefüllt mit Bargeld und Waffen vergraben haben.

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          Angela Merkel beginnt ihre erste Woche als ehemalige CDU-Vorsitzende im Ausland: In Marrakesch soll am Montag der UN-Migrationspakt angenommen werden. Wer noch mal nachlesen will, wie das zuletzt viel diskutierte Papier zustande kam, dem sei ein Blick ins Archiv empfohlen: F.A.Z.-Redakteur Andreas Ross hat Ende November in einem großen Stück beschrieben, wie 192 Staaten jahrelang um Grenzen, Geld und Grundrechte feilschten. Und wen interessiert, wo die Bundeskanzlerin bei ihrem Besuch in Marokko wohnt, der kann das im Artikel von Korrespondent Hans-Christian Rößler über das La Mamounia nachlesen, eines der sieben historisch bedeutsamsten Hotels der Welt. Die Rolling Stones wohnten dort ebenso wie Edith Piaf, Nelson Mandela, Tom Cruise und besonders oft Winston Churchill. Jetzt erregt das Traditionshaus aber aus anderen Gründen Aufsehen.

          Und sonst: In Mönchengladbach beginnt der Prozess gegen einen 17 Jahre alten Jugendlichen, der im Juni ein Mädchen in Viersen getötet haben soll. In Oslo und Stockholm werden der Friedensnobelpreis und die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaft verliehen. Im polnischen Kattowitz geht die UN-Klimakonferenz weiter. Und London steht vor einer der wichtigsten Entscheidungen des britischen Parlaments seit vielen Jahren: Am Dienstagabend wird über das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen im Unterhaus abgestimmt.

          Die Nacht in Kürze

          Macron plant Ansprache: Der französische Präsident hat für Montag wegen der heftigen Proteste eine Rede an die Nation angekündigt. Zuvor trifft er sich mit Gewerkschaften und Arbeitgebern.

          Weltweite Rüstungsproduktion legt zu: Staaten auf der ganzen Welt bauen mehr Kriegswaffen. Laut einer Untersuchung des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri bleiben die Vereinigten Staaten der mit Abstand größte Rüstungsproduzent.

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