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FAZ.NET-Sprinter : Männer auf Schleudersitzen

Unsere Sprinter-Autorin: Heike Göbel Bild: Robert Wenkemann

Der jüngste Hackerangriff auf Politiker und Prominente sorgt im Netz für Spott – und macht einen bislang eher Unbekannten zur öffentlichen Zielscheibe. Für wen es heute sonst noch unbequem wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Der Name Arne Schönbohm sagt noch nicht vielen etwas. Das wird sich ändern, denn der Mann ist Präsident des „Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik“. Er ist seit Bekanntwerden des jüngsten Diebstahls von Daten Hunderter Politiker, Prominenter und Netz-Aktivisten die öffentliche Zielscheibe, zumal er mit widersprüchlichen Äußerungen über den Erkenntnisstand seiner Behörde Verwirrung stiftete in dem schon unübersichtlichen Geschehen. Am Sonntag hat Schönbohm eingestanden, die Sache falsch eingeschätzt zu haben. An diesem Montag verlangt nun sein Dienstherr Horst Seehofer Auskunft, der sich nach den winterlichen CSU-Festspielen in Kloster Seeon wieder darauf besinnt, dass er noch Bundesinnenminister ist und das auch gerne bleiben möchte. Am Donnerstag ist eine Sondersitzung des Innenausschusses anberaumt. Die Netzgemeinde macht keinen Hehl daraus, dass sie dem deutschen Staat die Aufklärung nicht zutraut. Sie schwankt zwischen Mitleid und Spott, zumal die Bundesregierung angeblich den amerikanischen Geheimdienst NSA um Hilfe gebeten hat. Der hat seine Fähigkeiten durch das Abhören der Bundeskanzlerin vor einigen Jahren immerhin eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

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          Auf einem Schleudersitz befindet sich auch der Bahnchef. Seinen Namen, Richard Lutz, dürften ebenfalls nicht allzu viele parat haben, obwohl Lutz schon zwei Jahre den kriselnden Staatskonzern führt. Das wäre nicht weiter schlimm, lieferte Lutz den Service, den die Kunden mit ihrem Ticketkauf erwarten. Doch angesichts der enormen Verspätungen im Bahnverkehr, verliert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer langsam die Geduld mit Lutz, wie meine Kollegin Kerstin Schwenn im Wirtschaftsaufmacher berichtet. In einer Woche muss er seinem Minister endlich überzeugend erläutern, wie er die Pünktlichkeit verbessern will. Zwar sitzt im Bahnvorstand auch der ehemalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU), zuständig für jene Infrastruktur, an deren Mängeln die Pünktlichkeit oft scheitert. Doch beherrscht Pofalla die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, wenn es brenzlig wird. 

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron muss um seinen Platz vorerst nicht fürchten. Aber der Protest der „Gelbwesten“ ist über den Jahreswechsel nicht etwa zum Erliegen gekommen, sondern mit neuer Heftigkeit in Paris wieder aufgeflammt. Mit Baumaschinen trieben die Demonstranten Macrons Sprecher aus dessen Büro in die Flucht. Vor Weihnachten hatte der Präsident mit milliardenschweren Sozialpaketen, unter Inkaufnahme höherer Defizite, versucht, die Straße zu befrieden. Es muss ihm mehr einfallen, sonst wird er zur Europawahl im Mai die Quittung seiner unzufriedenen Bürger bekommen.

          Was sonst noch wichtig wird? Olaf Scholz‘ öffentlich bekundete Kanzlerkandidaten-Ambitionen dürften zu Wochenbeginn in der SPD wohl noch manche Welle schlagen. Die traditionelle Jahresversammlung des Beamtenbundes bietet in Köln heute nicht nur Seehofer, sondern auch Bundesjustizministerin Barley und Bundestagspräsident Schäuble ein Forum, sich zur beklagenswerten Qualität der deutschen Cyberabwehr zu äußern. Hingegen wird digitale Zukunft auf der Technik-Messe CES in der Wüstenstadt Las Vegas nicht nur versprochen, sondern zu sehen sein. Die deutsche Cebit ist bekanntlich tot, die amerikanische CES lebt.

          Die Nacht in Kürze

          Statt einer Betonmauer will Donald Trump  nun einen Stahlzaun an der Grenze zu Mexiko errichten – und erwartet dafür ein Einlenken der Demokraten im Haushaltsstreit. Er drohte abermals, den Nationalen Notstand auszurufen.

          Die britische Industrie fürchtet stärkere Grenzkontrollen als Geschäftsrisiko nach dem Brexit. Derweil stellen immer mehr Briten Einbürgerungsanträge in EU-Ländern. Das Parlament in London soll nächste Woche über das Abkommen abstimmen.

          An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld werden Flugausfälle erwartet: Das Sicherheitspersonal ist um 5 Uhr in einen Warnstreik getreten.

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