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FAZ.NET-Sprinter : Leberwürste und Heilsbringer

Von der Twittergemeinde zur beleidigten Leberwurst ernannt: Horst Seehofer Bild: dpa

Über allen Gipfeln! Warum Seehofer schmollt und wieso der Weltenretter aus dem Weißen Haus heute vielleicht schon seine nächste Twitter-Tirade startet, steht im FAZ.NET-Sprinter.

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          Horst Seehofer ist eine Leberwurst – und zwar eine der beleidigten Sorte. So wird es jedenfalls auf Twitter vermeldet, wo viele Nutzer den nächsten Koalitionskrach nicht mehr abwarten können. Grund für die durchaus treffende Charakterisierung ist der Fakt, dass der Innenminister den von Angela Merkel initiierten Integrationsgipfel am heutigen Mittwoch sausen lässt und sich stattdessen mit Österreichs Kanzler trifft. Offiziell hat Seehofer Zweifel an der Zusammensetzung der Gipfel-Teilnehmer (er fühlt sich von einer Journalistin verunglimpft), inoffiziell dürfte aber auch sein schwelender Streit mit der Kanzlerin über seinen angekündigten Asyl-Masterplan ausschlaggebend sein, den er bislang nicht vorgestellt hat. Unterstützung in dem Disput erhält Seehofer selbstredend von der CSU, die Merkel zwar (noch) nicht den Krieg erklärt hat, aber nach den letzten Söderschen und Dobrindtschen Äußerungen auch nicht mehr ganz so weit davon entfernt ist.

          Wie lange die anderen gestern getätigten großspurigen Ankündigungen vom anderen Ende der Welt noch nachhallen werden, wird sich derweil zu gegebener Zeit zeigen. Sich noch stärker als Heilsbringer und Friedenschaffender zu inszenieren, als Donald Trump es in Singapur getan hat, ist allerdings nur schwer möglich – siehe das bemerkenswerte Video, das Trump Kim zur Einstimmung vorgespielt hatte. Wer das Treffen des amerikanischen Präsidenten mit Kim Jong-un und dessen Ergebnisse jedoch rückblickend betrachtet, erkennt schnell, dass nicht Trump der Gipfel-Gewinner ist, sondern der Machthaber aus Nordkorea, wie mein FAZ.NET-Kollege Martin Benninghoff in seiner Analyse schreibt. Warum die Öffnung in Richtung freier Welt für Kim allerdings auch Gefahren birgt und den 25 Millionen Nordkoreanern immense Chancen eröffnet, erläutert Tokio-Korrespondent Patrick Welter in seinem Leitartikel.

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          Eingemischt hat sich Trump unterdessen nicht nur in so gut wie jegliche Krisenherde auf der Welt – sondern auch in die Vergabe der Fußball-WM 2026. Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel entscheidet die Fifa heute in Moskau darüber, wer der Nach-Nachfolger der Russen wird. Zur Wahl als Ausrichter stehen Marokko und das Dreier-Bündnis aus Kanada, Mexiko – und ebenjenen Vereinigten Staaten. Deren Staatsoberhaupt drohte jüngst den stimmberechtigten Fußball-Funktionären, ihre Länder würden womöglich nicht mehr von Washington unterstützt, falls sie sich für Marokko entschieden, wie F.A.Z.-Fifa-Experte Michael Ashelm schreibt. Lässt der Weltenretter aus dem Weißen Haus also vielleicht schon heute die nächste Twitter-Tirade los? Dass der DFB seine Wahl schon getroffen und sich gestern Abend offiziell auf das Trio aus Nord- und Mittelamerika festgelegt hat, hat damit natürlich nichts zu tun.

          Und sonst? Entscheidet der Bundestag heute über den möglichen Einsatz von Kampfdrohnen innerhalb der Bundeswehr. Startet in Düsseldorf das Verfahren um das sogenannte Bierkartell. Und kündigt die Deutsche Presse-Agentur für heute Berichte und Hintergründe zum „Comeback des Brusthaars“ an. Was für Aussichten!

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          Die Bundesregierung steht kurz davor, einen lange diskutierten Plan umzusetzen: Das Rückkehrrecht auf eine Vollzeit-Stelle. Unklar war zuletzt noch ein Detail, das die Arbeitgeber betrifft.

          Schlappe für Trumps Justizministerium, relevant auch für die Deutsche Telekom: Ein Richter genehmigt die Übernahme von Time Warner durch AT&T.

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