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FAZ.NET-Sprinter : Aufgebrachte Landwirte und Angst vor Monopolen

Unser Sprinter-Autor: Sebastian Eder Bild: Robert Wenkemann

Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gibt sich weiter zögerlich, und Landwirte geißeln hohle Politikerphrasen. Was sonst noch wichtig wird, lesen Sie im FAZ.NET-Sprinter.

          Mein Kollege Oliver Georgi hat kürzlich ein lesenswertes Buch darüber geschrieben, dass sich Politiker immer öfter hinter hohlen Phrasen verstecken. Ganz andere Erfahrungen hat jetzt F.A.Z.-Korrespondent Reinhard Bingener bei einer Recherche in Niedersachsen gemacht. Anlässlich der bevorstehenden Europawahl war er in der „Herzkammer der deutschen Tierproduktion“ unterwegs. Er hat dort Antworten auf die Frage gesucht, warum eine Branche, die so sehr von der EU profitiert wie die Landwirtschaft, gleichzeitig so viel über Brüssel meckert. „Die Politik wird immer mehr Mainstream und immer oberflächlicher“, schimpfte ein Landwirt im Gespräch mit Bingener dann auch direkt. Mit schwankendem Wetter und schwankenden Preisen könne er umgehen. „Aber das größte Risiko für uns ist mittlerweile die Politik.“ Sehr deutlich wehrte sich Stefan Gehrold, EU-Parlamentarier aus der Region, gegen die Drohung vieler Landwirte, nicht wählen zu gehen: „Da kann ich nur sagen: Dann geht halt nicht zur Wahl und schaut, was danach passiert.“ Kollege Georgi kommt übrigens aus dem Saarland – wahrscheinlich vermisst er deswegen die klaren Worte in der Bundespolitik so schmerzlich.

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Klare Worte kann man auch in einem Interview mit dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes erwarten – anders als seine Vorgänger war Helmut Schleweis nie Politiker. Im Gespräch mit den Kollegen aus der F.A.Z.-Wirtschaftsredaktion warnt er dann auch sehr deutlich vor amerikanischen oder chinesischen Monopolen: „Wir haben es mit einer zunehmenden Machtkonzentration bei amerikanischen und chinesischen ‚Big-Techs‘ zu tun, die für die gesamte europäische mittelständische Wirtschaft eine grundlegende Herausforderung darstellt.“ Die Politik müsse stärker als bisher auf faire Wettbewerbsbedingungen achten. An die Zukunft von Bankfilialen glaubt Schleweis übrigens weiter, obwohl die Sparkassen zwischen 2016 und 2018 ihr Netz um rund 1000 Niederlassungen ausgedünnt haben: „Auch junge ,Digital natives' möchten mehrheitlich bei wichtigen Lebensentscheidungen persönlich beraten werden.“

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          Eine wichtige Lebensentscheidung müsste die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer langsam mal treffen. „Je länger Angela Merkels Abschied von der Macht dauert, desto deutlicher werden die Kosten dieser Vorgehensweise“, schreibt F.A.Z.-Politik-Redakteur Nikolas Busse in seinem Kommentar zur Lage bei der CDU. Die größte Regierungspartei sei ein wenig wie das ganze Land: „Sie ist defensiv, macht sich Sorgen über die Zukunft; sie spürt, dass die alten politischen Ideen nicht mehr taugen, hat aber noch nicht allzu viele neue.“ Werde das Ergebnis bei der Europawahl enttäuschend, stelle sich für die CDU die Frage, ob sie wirklich mit Kramp-Karrenbauer in die nächste Bundestagswahl ziehen soll. Deutlicher kann man auch auf dem Land nicht werden. Oder, Kollege Georgi?

          Und sonst? Erfahren Sie im F.A.Z.-Digitec-Podcast alles über den Umbruch bei Siemens. Empfängt der amerikanische Präsident Donald Trump den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Weißen Haus. Treffen sich in Brüssel die EU-Außenminister, um unter anderem über das gefährdete Atomabkommen mit Iran zu sprechen. Und soll Maria H. im Prozess gegen einen 58 Jahre alten Angeklagten in Freiburg aussagen, nachdem sie fünf Jahre lang verschwunden war.

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          Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate sind vier Handelsschiffe Ziel von Sabotageversuchen geworden. Das Land warnt vor einer gefährlichen Entwicklung und spricht von „staatsfeindlichen Operationen“.

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