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FAZ.NET-Sprinter : Im SPD-Kaufhaus

  • -Aktualisiert am

Die Sozialdemokraten sind durch ihre schlechten Wahlergebnisse und Sonderparteitage so knapp bei Kasse, dass sie die Union zu einer Hauruckaktion überredet haben. Bild: EPA

Während sich die SPD um mehr Geld für ihre Partei bemüht, will Gesundheitsminister Spahn es in der Pflege großzügig ausgeben. Am Ende fragen sich die „Steuerzahler*innen“: Wer soll das stemmen?

          2 Min.

          Die SPD macht sich zur richtigen Zeit verdient um die Themenvielfalt, schließlich verspricht der G-7-Gipfel an diesem Freitag in Kanada bloß mehr unerfreulichen Handelsstreit. Die Sozialdemokraten hingegen sind durch ihre schlechten Wahlergebnisse und Sonderparteitage so knapp bei Kasse, dass sie die Union zu einer Hauruckaktion überredet haben. Zwecks Geldbeschaffung haben beide eine Änderung des Parteiengesetzes auf die Tagesordnung des Bundestags gedrückt. Die Opposition heult pflichtgemäß auf, wird ihren Anteil an den zusätzlichen 25 Millionen Euro aber nicht verschmähen. Über den Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft soll der Coup dann in Vergessenheit geraten. Unsere Karikaturisten Greser&Lenz haben ein paar schöne Ideen entwickelt, wie man im Willy-Brandt-Kaufhaus zu Geld kommen könnte. Ein gesalzener Kommentar von Philip Plickert findet sich im Wirtschaftsteil.

          Aufmerksamkeit verdient auch das Treffen des Rats für deutsche Rechtschreibung.  Der berät unter politischem Beifall über die „gendergerechte Sprache“. Wenn es dumm läuft, könnte es damit gehen wie mit der desaströsen Rechtschreibreform vor 20 Jahren: Die Politik macht das Gendern zur Pflicht, also die Einbeziehung aller möglichen Geschlechter durch * oder Binnen-I. Edo Reents warnt vor dem Verlust an Sprachrhythmus und der Verhunzung des Schriftbildes.  

          Ein teurer Mann wird der Pflegebeauftragte Andreas Westerfellhaus. Er denkt im Auftrag des Gesundheitsministers Jens Spahn darüber nach, wie der Mangel an Pflegekräften zu beheben sei. Kürzlich hat er mit einer Rückkehrprämie von 5000 Euro für Aufsehen gesorgt, jetzt legt er nach: für Auszubildende, Heimbetreiber, Teilzeitkräfte. Was das kostet verrät Westerfellhaus nicht. Spahn sollte einen Blick auf die kippelnde Konjunktur werfen und die wilden Prämienträume bremsen, auch in der Pflege wird man künftig eher mehr als weniger rechnen müssen.

          In der Schweiz stimmen sie über eine Geld-Revolution ab. Die „Vollgeld-Initiative“ möchte den Geschäftsbanken die Möglichkeit entziehen, Geld zu schaffen. Das Privileg soll allein die Notenbank haben, das Finanzsystem werde damit sicherer, argumentieren die Initiatoren. Auch wenn die Revolution wahrscheinlich ausbleibt, lohnt die Lektüre des Vollgeld-Artikels von Christian Siedenbiedel.

          In Singapur erfüllt der Deutsche Horst H. Schulze Hotelträume für Stars. Bald könnte in den 120 Jahre alten Mauern seines Hotels Geschichte geschrieben werden, hier treffen Trump und Kim Jong-un zusammen. Wie Schulze nach Singapur kam, erzählt unser Korrespondent Christoph Hein.

          Die Nacht in Kürze

          Vor dem G-7-Gipfel werden Fronten bezogen: Im Handelsstreit teilt Trump aus gegen die EU und Kanada. Zuvor hatte Frankreichs Macron ihn scharf kritisiert.

          Seit dem Putschversuch vor fast zwei Jahren gilt in der Türkei der Ausnahmezustand. Nach den Wahlen könnte sich das ändern, deutet Präsident Erdogan an.

          In Deutschland sind HIV-Selbsttests nicht frei verkäuflich. Gesundheitsminister Spahn will das ändern.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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