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FAZ.NET-Sprinter : Hop-on-Hop-off

Unser Sprinter-Autor: Oliver Georgi Bild: Robert Wenkemann

Julian Assange droht eine Haftstrafe in Amerika – oder drohen Donald Trump unangenehme Enthüllungen? Und Friedrich Merz ist doch wieder ein Hoffnungsträger: Der FAZ.NET-Sprinter am Freitag.

          Lange war es ruhig um Julian Assange – doch mit der Festnahme des Wikileaks-Gründers am Donnerstag in London steht der gebürtige Australier plötzlich wieder im hellen Licht. Sieben Jahre harrte der schillernde selbsternannte Freiheitskämpfer in der ecuadorianischen Botschaft in London aus, zum Schluss in einem Notasyl mit Hausarrestcharakter, um der drohenden Auslieferung an die Vereinigten Staaten zu entgehen. Nun aber, da Ecuador das diplomatische Asyl zurückgezogen und Washington die Auslieferung beantragt hat, droht Assange eine mehrjährige Haftstrafe in Amerika – und ein aufsehenerregender Prozess, den Präsident Donald Trump vermutlich mit täglichen Twittersalven schon vor dem Aufstehen begleiten wird.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Warum Ecuador jetzt endgültig die Geduld mit Assange verloren hat, der zuletzt auch in Hacker-Kreisen immer umstrittener war, schildern meine Kollegen Jochen Buchsteiner aus London und Majid Sattar aus Washington. Und sie erklären auch, warum Assanges mögliche Aussagen den Russland-Bericht von Sonderermittler Robert Mueller um wertvolle Informationen zu Trumps Wahlkampagne gegen Hillary Clinton bereichern könnten. 

          Deutlich unvorhersehbarer ist hingegen die Lage in Sudan. Nach dem Militärputsch gegen den Langzeitpräsidenten Omar al-Baschir will die Armee das ostafrikanische Land durch eine zweijährige Übergangsphase führen und danach eine Wahl abhalten. Ob der Jubel vieler Sudanesen auf den Straßen Khartums berechtigt ist und wie sich die fragile Lage in Sudan entwickeln könnte, schildert mein Kollege Thilo Thielke in seinem Text.

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          In Deutschland indes sorgen heute weder Assange noch al-Baschir für Spannung, sondern Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Im sauerländischen Eslohe, eine knappe Autostunde entfernt von Merz' Geburtsort Brilon, treten die CDU-Vorsitzende und der Hop-on-Hop-off-Hoffnungsträger am Abend gemeinsam auf – zum ersten Mal seit Merz' Niederlage auf dem Parteitag im Dezember in Hamburg. Beide unterstützen dort den CDU-Europaabgeordneten Peter Liese – der wiederum wird es den anreisenden Journalisten hoffentlich nicht übelnehmen, dass er heute vielleicht nicht die erste Geige spielt. Plant „AKK“ tatsächlich schon die Einbindung von Merz als Minister in ihr künftiges Kabinett, als Ersatz für den glücklosen Peter Altmaier und um den konservativen Flügel in der CDU zu besänftigen, in dem manche nach Merz' Niederlage nur verhalten für die neue Vorsitzende klatschen wollten?

          In der „Bild“-Zeitung hat Merz am Donnerstag zwar abgewinkt – aber hat er das nach Hamburg nicht schon einmal energisch getan, um danach doch wieder zu streuen, wenn er gerufen werde, halte er vieles für möglich? Wie „AKK“ und Merz in Eslohe miteinander umgehen, welche Gesten und welche Mimik sie zeigen, das dürfte schon deshalb akribisch beobachtet werden. Auch mein Kollege Eckart Lohse, der gemeinsam mit Reiner Burger in der F.A.Z. als erster über die Esloher „Operation Nachverdichtung“ berichtet und damit viel Aufsehen erregt hat, wird heute im Sauerland genau hinsehen. Seinen aktuellen Text können Sie dann am Abend auf FAZ.NET lesen.

          Und sonst: empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Berlin. Endet die Jahrestagung der Integrationsministerkonferenz in Berlin. Trifft der chinesische Premier Li Keqiang in Dubrovnik Staats- und Regierungschefs aus 16 Ländern. Nimmt Außenminister Heiko Maas (SPD) am Treffen der Außenminister des sogenannten Westbalkan-Prozesses in Warschau teil. Wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu Gesprächen in Washington erwartet – so ihr Flugzeug nicht wie jüngst bei Olaf Scholz und diversen anderen Kabinettsmitgliedern wegen einer Panne am Boden bleiben muss.

          Die Nacht in Kürze

          Der Fahrdienst Uber startet mit der Vorlage seines Börsenprospekts den Countdown für sein Debüt an der Wall Street. Er sagt weitere Verluste voraus – und sorgt sich noch immer um seinen Ruf.

          Die britischen Liberaldemokraten hegen große Zweifel an Premierministerin May. Ihr Ausstiegsvertrag sei tot. Die Lösung des Brexit-Chaos liegt für die LibDems auf der Hand: ein zweites Brexit-Referendum.

          Endet die Europa-League-Traumreise der Frankfurter Eintracht gegen Lissabon? Im Hinspiel musste sich das Team von Trainer Adi Hütter Gastgeber Benfica mit 4:2 geschlagen geben und hat nun im Rückspiel vor heimischem Publikum eine schwere Aufgabe vor sich.

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