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FAZ.NET-Sprinter : „Gegrüßet seist Du, Maria“

Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß Bild: Robert Wenkemann

Auch am zweiten Tag nach dem verheerenden Brand in Paris bestimmt das Thema die Schlagzeilen. Warum erzeugt die Tragödie um Notre-Dame bei uns so viel Mitgefühl? Ganz andere Emotionen weckt derweil Horst Seehofer in Berlin. Der FAZ.NET-Sprinter.

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          Sie sehen ihre geliebte Kathedrale lichterloh in Flammen stehen und singen gemeinsam ein Kirchenlied: „Je vous salue Marie“ („Gegrüßet seist Du, Maria“) intoniert eine Gruppe von Parisern, manche sinken dabei auf die Knie. Das Bild ist wohl die bewegendste Szene des Brandes von Notre-Dame am Montagabend. Das Feuer ist seit Dienstagfrüh gelöscht, dennoch gab es natürlich auch bei uns auf FAZ.NET den Tag über nur dieses eine große Thema. Was ist es, was uns an einem brennenden Gebäude so berührt? Meine Kollegin Johanna Dürrholz hat eine Kulturwissenschaftlerin interviewt. Sie sagt, Bilder von der Zerstörung ikonischer Bauwerke lösten besonders starke Emotionen aus. Notre-Dame besitze eine „identitätsstiftende Wirkung … für die Pariser, die französische Nation und für Europa“. Jürgen Kaube, Herausgeber des F.A.Z.-Feuilletons, schreibt heute: „Die Bestürzung über die brennende Kathedrale gehört zu einer Moderne, die für ihre eigenen Folgen empfindlich ist und sich nicht dem Aberglauben hingibt, alles Alte – sei es ein Bauwerk oder ein Marienglaube – sei längst vergangen und überholt.“

          Felix Hooß

          Koordinator für Premium-Inhalte bei FAZ.NET.

          Doch nicht alle zeigen sich bestürzt: AfD-Politiker nutzten Notre-Dame gestern bereits zur Diffamierung von Muslimen. Und Youtube bewertet die Bilder aus Paris als „Fake News“ und blendet dazu Beiträge zum 11. September ein. Auch eine Realität, an die man sich erst gewöhnen muss. Die Helden von Paris waren indes die Feuerwehrleute, die den Brand löschen und Notre-Dame in ihrer Gesamtheit retten konnten. Eine Frage, die sich nun sicher viele stellen, lautet: Wie ist es eigentlich um die Feuerwehr in Deutschland bestellt? Schlecht, sagt Tobias Thiele, Sprecher der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Jede zehnte bis fünfzehnte Stelle bei den Berufsfeuerwehren sei derzeit unbesetzt, bei mehr als 30.000 Berufsfeuerwehrleuten in Deutschland macht das eine Lücke von bis zu 3000 Einsatzkräften. Lesen Sie mehr zu den Hintergründen in dem Artikel meiner Kollegen von der F.A.Z.-Wirtschaftsredaktion.

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          Schauen wir von Paris nach Berlin. Dort soll das Bundeskabinett heute ein neues Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht beschließen. Wir erinnern uns: Bundesinnenminister Horst Seehofer möchte mit seinem sogenannten „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ abgelehnte Asylbewerber künftig schneller abschieben. Nun regt sich in der Unionsfraktion Widerstand gegen die Kompromisse, die für das Gesetz mit der SPD vereinbart wurden. Seehofer sei dem Koalitionspartner zu weit entgegengekommen, sagen seine Kritiker. Von einem „4:0-Sieg“ für die SPD ist die Rede. Ein Innenpolitiker wird in einem FAZ.NET-Bericht zitiert, er habe „nicht so viele Fäuste, wie ich ballen will“. Das dürften interessante Stunden werden heute im Kabinett. Und wir lernen, dass Gesetze mit guten Namen noch lange für keine gute Laune bei den Akteuren sorgen.

          Und sonst? Schließt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Verhandlung über das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe ab. Findet in Indonesien die Präsidenten- und Parlamentswahl statt. Trifft die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg in Rom Papst Franziskus bei einer Generalaudienz. Empfängt im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League der FC Porto Jürgen Klopps FC Liverpool und trifft Manchester City mit Ilkay Gündogan und Leroy Sané auf die Tottenham Hotspur (beide Partien ab 21 Uhr im Liveticker auf FAZ.NET).

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          Amerika unterstützt gemeinsam mit Saudi-Arabien Regierungstruppen im Jemen. Der Kongress will diese Unterstützung beenden. Doch Präsident Trump sieht das anders – und stellt sich damit gegen Teile seiner eigenen Partei.

          Bundesverkehrsminister Scheuer gilt seinen Kritikern als Bremser beim Thema Klimaschutz. Diesen Eindruck will er nun zerstreuen – mit einer Idee, die Bahnfahrer aufhorchen lassen dürfte.

          Noch immer müssen die 737-Max-Flieger auf dem Boden bleiben. Für United Airlines offenbar kein Problem. Die Fluggesellschaft legt sehr gute Zahlen vor.

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