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FAZ.NET-Sprinter : Frohsinn oder Unsinn

Unser Sprinter-Autor: Timo Steppat Bild: Robert Wenkemann

Die Kanzlerin empfängt Karnevalisten, Frankreich beschließt ein umstrittenes Gesetz – und die Parteien läuten den Europawahlkampf ein. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Angela Merkel und Annnegret Kramp-Karrenbauer mögen sich in einigen Punkten ähneln. In einem ganz sicher nicht: was den Karneval betrifft. Während die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin am Sonntagabend zum Heimspiel in St. Ingberg antrat und abermals die Putzfrau Gretel bei der Narrenschau gab, wird man heute wieder beobachten können, wie sich die ostdeutsche Merkel zum organisierten Frohsinn im Westen verhält: Die Kanzlerin schlüpft wie in jedem Jahr in die Rolle der Ethnologin, die mit skeptischem Blick eine kleine, bunt ausstaffierte Delegation eines Ureinwohnervolks aus dem Rhein-Delta im Kanzleramt begrüßt. Etwas steifes Händeschütteln und einiges Unverständnis. Wieder eine Sache, bei der das Land gespalten ist: Für die einen sind es noch neun Tage bis Altweiber oder Weiberfastnacht, bis der Karneval seinen Höhepunkt findet; für die anderen, wie Frau Merkel, dauert es noch 15 Tage, bis alles wieder vorbei ist. 

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          In Paris wird heute wohl in erster Lesung ein Gesetz in der Nationalversammlung beschlossen, das viele Franzosen in Wallung bringt: Danach sollen in Schulen Mutter und Vater künftig „Eltern 1“ und „Eltern 2“ genannt werden. Was klingt wie eine Satire und allen, die sich sowieso über „Gendergaga“ ereifern, Vorschub leistet, kam auf Drängen einiger Abgeordneter der Regierungspartei En Marche ins Gesetz – um die „familiäre Diversität“ widerzuspiegeln und Diskriminierung zu vermeiden. Lesen Sie mehr dazu im Bericht der F.A.Z.-Korrespondentin Michaela Wiegel. 

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          Die Parteien machen sich für den Europawahlkampf bereit. Die SPD hat ihr Programm vorgestellt, bei der Linken melden sich die Proeuropäer um Gregor Gysi zu Wort. Von einer Schicksalswahl ist die Rede. Zwei Zahlen, die im Eurobarometer gestern enthalten waren, geben zu denken: Einerseits ist die Zustimmung zur EU in ganz Europa sehr hoch, sie erreicht 70 Prozent. Andererseits stehen die Rechtspopulisten und Nationalisten vor einem großen Erfolg, sie könnten nach aktuellem Stand 59 Sitze bei der Wahl im Mai gewinnen und damit die Machtverhältnisse verschieben. Die proeuropäischen Parteien wollen dagegen etwas tun, auch die EU hat eine Kampagne initiiert, durch die eine Graswurzelbewegung der Bürger entstehen soll. Aber es ist nicht einfach, für Europa zu begeistern – das zeigt die „Pulse of Europe“-Bewegung, die längst nicht mehr mühelos Zehntausende auf die Straßen bringt. Wie es diesmal doch gelingen soll, warum viele Menschen Europa mögen, aber nicht dafür kämpfen wollen – das lesen Sie im Text von Mona Jaeger und mir in F+.

          Und sonst? Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, besucht heute den Landtag Baden-Württembergs und hält eine Rede zur Zukunft Europas. Die Beschäftigten der Berliner Jugendämter und Jugendfreizeiteinrichtungen gehen in den Warnstreik. Und: Heute vor 100 Jahren sprach mit Marie Juchacz zum ersten Mal eine Frau in einem deutschen Parlament – in Berlin findet eine Gedenkveranstaltung statt.

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          Der Streit um das Geld für Donald Trumps Mauerbau spitzt sich zu. 16 Bundesstaaten klagen nun gegen die Notstandserklärung.

          Viele ehemalige IS-Kämpfer mit deutschem Pass sind noch in Syrien. Die Politik richtet sich auf ihre Rückkehr ein.

          Noch immer sitzt die Flugbereitschaft der Bundesregierung in Köln/Bonn. Die Grünen kritisieren hunderte Leerflüge, um die Maschinen nach Berlin zu schaffen.

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