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FAZ.NET-Sprinter : Ein Zeichen mit 120 Dezibel

Gut was los in Chemnitz: Zehntausende Besucher am Montagabend beim #wirsindmehr-Konzert. Bild: Reuters

Linke Rocker und rechtspopulistische Debattierer – Chemnitz kommt einfach nicht zur Ruhe. Und jetzt will auch noch Sahra Wagenknecht „Aufstehen“. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

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          So richtig zur Ruhe kommt Chemnitz immer noch nicht. Mehr als eine Woche nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. und darauffolgenden Tagen voller Protest, offenem Hass und auch Gewalt regierte am Montagabend die Musik in der sächsischen Stadt. 65.000 Menschen kamen zum #wirsindmehr-Konzert, bei dem unter anderem die Toten Hosen und Feine Sahne Fischfilet auftraten, und sendeten ein 120 Dezibel lautes Ausrufezeichen gegen rechte Gewalt. Zumindest wenn es ein Rockkonzert für lau gibt, sind die Menschen, die gegen Fremdenhass auf die Straße gehen, tatsächlich in der Mehrheit. Was für Leute am Montagabend vor Ort waren – und welche Mischung sie zwischen protestieren und Party feiern gefunden haben – können Sie sich hier in kleiner Auswahl im Video ansehen. Wie die Stimmung vor Ort wirklich war und wer alles wie heftig und in welcher Tonart „gegen rechts“ sang und schimpfte, haben Johanna Dürrholz und Sebastian Eder beobachtet – und mit Campino, dem Sänger der „Toten Hosen“, gesprochen.

          Dass ein solches Mega-Event im Rahmen einer derart aufgeheizten Debatte nicht komplett unkritisch gesehen werden, leuchtet jedoch auch ein. Nicht nur die CDU sah sich im Vorfeld des Konzerts dazu genötigt, den Bundespräsidenten zu rügen, weil dieser Werbung dafür gemacht hatte – und das, obwohl „linskradikale Punkrocker“ auf der Bühne stünden. Auch zahlreiche Chemnitzer fanden es nicht gut, dass ihre Stadt abermals von Abertausenden heimgesucht wurde. Und die AfD diskutierte unterdessen wenige Kilometer vom Konzertgelände entfernt darüber, „ob Deutschland noch zu retten“ sei. Ein Ergebnis der Debatte ist bislang jedoch nicht bekannt.

          In die Schlagzeilen geschafft hat es zudem wieder einmal Jens Spahn. Der Gesundheitsminister will die Widerspruchslösung bei der Organspende zum Normalfall machen – und macht damit den gerade erst vorgelegten Gesetzentwurf seines Ministeriums zur Makulatur. In seiner Leitglosse argumentiert F.A.Z.-Mitherausgeber Holger Steltzner, wieso Spahn damit dennoch an den richtigen Stellen ansetzt und im Feuilleton diskutiert Oliver Tomlein die Frage, welche Auswirkungen eine solche Lösung in Zukunft auf die Freiwilligkeit habe. Wieso es jedoch trotz allem wichtig ist, die Deutschen stärker zu einer Organspende zu drängen, erklärt der Präsident der Bundesärztekammer Frank Montgomery im FAZ.NET-Interview.

          Und sonst? Stellt Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht heute ihre umstrittene „Aufstehen“-Bewegung vor. Wird das Filmfestival in Venedig mit dem deutschen Beitrag „Werk ohne Autor“ – der auch ins Rennen um den Auslands-Oscar gehen wird – von Regisseur Florian Henkel von Donnersmarck fortgesetzt. Und können sich die deutschen Fußball-Frauen nach einer turbulenten Qualifikation doch noch sicher für die Weltmeisterschaft 2019 qualifizieren – ein Remis gegen das Team der Färöer-Inseln reicht bereits.

          Die Nacht in Kürze:

          Syriens Präsident Assad zieht seine Truppen zusammen. Ein Angriff auf die letzte Rebellenhochburg scheint unmittelbar bevor zu stehen. Amerikas Präsident Trump schickt eine letzte Warnung an Assads Verbündete Russland und Iran.

          Als Colin Kaepernick gegen Polizeigewalt in Amerika auf die Knie ging, nannte ihn Präsident Trump einen „Hurensohn“. Nun soll der ehemalige Football-Star für Nike zur Werbe-Ikone werden.

          Es ist das schwerste Busunglück in Spanien seit mehr als zwei Jahren: Ein Bus rast in Asturien frontal gegen einen Brückenpfeiler, etliche Menschen kommen ums Leben.

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