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FAZ.NET-Sprinter : Ein alter Kniff und ein neuer Anlauf

  • Aktualisiert am

Unser Sprinter-Autor: Timo Steppat Bild: Robert Wenkemann

Mit einem Truppenbesuch im Irak beherzigt Donald Trump nicht nur eine alte Regel – er feiert auch gleich eine Premiere. In der CDU ringt man derweil um die Zukunft von Friedrich Merz. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

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          Während viele Behörden der Vereinigten Staaten lahm gelegt sind, der Haushaltsstreit andauert, ist Präsident Donald Trump überraschend in den Irak gereist. Zum ersten Mal in zwei Jahren Amtszeit besuchte er dort amerikanische Truppen im Einsatz, um ihnen zu danken und frohe Weihnachten zu wünschen, wie seine Sprecherin mitteilte. Erst vor wenigen Tagen hatte Trump angekündigt, Soldaten aus Syrien abziehen zu wollen. „Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein“, sagte er am Stützpunkt Al-Asad. Amerika wolle nicht ausgenutzt werden von Ländern, „die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen. Sie zahlen nicht dafür”.

          Fast scheint es, als würde Trump eine alte Regel beherzigen, die schon viele Präsidenten vor ihm für sich nutzten: Ist es Zuhause schwierig, versuche mit Weltpolitik abzulenken – auch wenn es ein Bekenntnis ist, kein Weltpolizist mehr sein zu wollen. Morgen findet in Washington das Treffen von Vertretern des Senats und Repräsentantenhauses statt, um den Streit über den Haushalt beizulegen. Im Weißen Haus geht man, wie F.A.Z.-Korrespondent Majid Sattar berichtet, eher davon aus, dass der Konflikt noch bis Anfang Januar andauert. Die Börse in New York hat sich am Abend erholt – der Dow Jones Index stieg um fast drei Prozent, was die Verluste vor den Weihnachtsfeiertagen beinahe ausglich. Bekannt wurde jedoch auch, dass ein weiteres Kind aus Guatemala im Gewahrsam der amerikanischen Grenzbehörde gestorben ist. Anfang Dezember starb bereits ein sieben Jahre altes Mädchen an Dehydrierung, diesmal ist es ein acht Jahre alter Junge. Die Todesursache ist noch nicht bekannt. Es sollen nun zusätzliche medizinische Untersuchungen für alle Kinder folgen.

          Bei der CDU konnte man zumindest am Wochenende und zu Heilig Abend glauben, dass Ruhe einkehren würde. Stille Nacht für Annegret Kramp-Karrenbauer. Denn selbst entschiedene Unterstützer von Friedrich Merz im Kampf um den Parteivorsitz gingen auf die neue CDU-Chefin zu. Nun bringt EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) Merz in Stellung als Nachfolger Merkels im Kanzleramt. Da er beinahe die Hälfte der Delegierten beim Hamburger Parteitag auf sich vereint habe, sei er ein „möglicher Kanzlerkandidat”. Das „erste Zugriffsrecht“ habe die Vorsitzende, aber das sei „kein Automatismus”. Merz, der besonders in Oettingers Heimat Baden-Württemberg viele Anhänger hat, soll wohl im Gespräch bleiben – für eine echte Debatte über Kandidaturen ist es zu früh. Als Merz vergangene Woche anbot, sich als Minister einzubringen, ließ Kanzlerin Merkel das durch ihren Sprecher freundlich ablehnen. Nun sagt auch Annegret Kramp-Karrenbauer mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit, sie habe beim letzten Kabinettsfrühstück durchgezählt und festgestellt: „Das Kabinett war vollzählig”, es gebe keinen Handlungsbedarf. Wie sich AKK im Saarland durchgesetzt hat, wie sie das kleine Land und das kleine Land sie geprägt hat, darüber können Sie mit F+ eine Reportage meiner Kollegen Philip Eppelsheim, Andreas Nefzger und Julian Staib lesen.

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          Und sonst?

          Was Sie über Weihnachten verpasst haben könnten: Die Politik diskutiert das Modell einer Kirchensteuer für Moscheen, damit diese von Auslandszahlungen unabhängiger werden. Nach Trumps Rückzugsankündigung in Syrien fliegt Israel Luftangriffe – in Deutschland wachsen die Sorgen, dass es auch zum Rückzug aus Afghanistan kommt; das würde auch die Bundeswehr-Mission dort in Frage stellen. In Mittelmeer treibt abermals ein Rettungsschiff von „Sea Watch“, das keinen Einlass in die Häfen von Malta und Italien bekommt – und sich nun an Deutschland wendet. Indonesien ringt mit den schlimmen Folgen eines Tsunamis.

          Die Nacht in Kürze

          Der amerikanische Leitindex Dow Jones hat so viele Punkte wie noch nie zugelegt. Der kräftige Kursanstieg folgt auf eine Kaufempfehlung von Präsident Donald Trump.

          EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger rechnet im Fall eines ungeordneten Brexits mit hohen Zusatzkosten für Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib der Briten in der EU ist aus seiner Sicht gestiegen.

          1482 Kilometer in 54 Tagen: Der amerikanische Abenteurer Colin O’Brady schreibt in der Antarktis Polar-Geschichte. Er durchquerte als erster Mensch alleine und ohne Hilfsmittel die Antarktis.

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          Ein Jahr nach der Wahl Kramp-Karrenbauers zur CDU-Vorsitzenden werden ihre Kritiker lauter – vor allem in großen Landesverbänden. Der Weg zur Kanzlerschaft wird immer schwerer. Das könnte nicht nur Merz in die Karten spielen.

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