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FAZ.NET-Sprinter : Drahtseilakte

Unser Sprinter-Autor: Martin Benninghoff Bild: Robert Wenkemann

Der Super Bowl hat in der Nacht die Gemüter erhitzt, der Papst wirbt in Abu Dhabi für den Dialog mit dem Islam und Kanzlerin Merkel besucht einen ökonomischen Rivalen und politischen Freund. Das Wichtigste im FAZ.NET-Sprinter.

          Wenn Sie ausgeschlafen sind, dann sind Sie vermutlich kein Football-Fan. Der Super Bowl, das Endspiel in der amerikanischen Football-Liga, ist eines der größten Sportevents der Welt und das größte Amerikas. Im vergangenen Jahr saßen weltweit mehr als 100 Millionen Zuschauer vor ihren Fernsehern, mehr oder minder bestätigten Gerüchten zufolge wächst die Zahl der Anhängerschaft auch in Deutschland. In der Nacht trafen die New England Patriots und die Los Angeles Rams aufeinander, wer gewonnen hat, das lesen Sie hier. Auf FAZ.NET lesen Sie am Morgen die frischen Eindrücke von meinem Kollegen Jan Ehrhardt, der sich für Sie die Nacht vorm Fernseher um die Ohren geschlagen hat.

          Es ist die Mischung aus Sport und Entertainment, die den Super Bowl so attraktiv macht. Ein Musik-Auftritt gilt als Ritterschlag, und die Aussicht auf die weltweiten Einschaltquoten ließen früher selbst Michael Jackson und Prince zusagen. Doch in diesem Jahr kommt noch der Faktor politische Kontroverse hinzu, denn die Band Maroon 5 erntete schon im Vorfeld viel Häme und ätzende Kritik für ihren Auftritt in der Halbzeit. Der Grund: Superstars wie Rihanna und Jay-Z hatten ihre Teilnahme zuvor aus Solidarität mit dem Quarterback Colin Kaepernick abgesagt, der mit seinem Protest gegen Diskriminierung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt bei keinem Verein mehr einen Vertrag bekommt (und von Trump persönlich angegriffen wurde). Protest und Kommerz finden nicht immer geschmeidig zueinander, davon können nicht nur die „Echo“-Macher ihr Liedchen trällern. Ein Drahtseilakt für Maroon 5.

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          Bei soviel Konflikt: Vielleicht hätten der Papst und die Bundeskanzlerin also heute lieber nach Atlanta statt in die Vereinigten Arabischen Emirate beziehungsweise Japan fliegen sollen, denn beide sind sozusagen offiziell auf Entspannungskurs. Franziskus, weil er als Oberhaupt der Katholischen Kirche den Dialog mit dem Islam voranbringen möchte, es ist die erste Reise eines Papstes auf die arabische Halbinsel, gestern Abend ist er in Abu Dhabi gelandet. Angela Merkel sitzt derweil gerade noch im Flugzeug und kommt in gut einer Stunde in Japan an, dem neuen Verbündeten in Sachen freier Welthandel. Statt Maroon 5 also Tokio Hotel. Es gibt einiges zu besprechen, neben Handelsfragen vor allem die Folgen, die sich aus dem vorläufigen Scheitern des Abrüstungsvertrags INF ergeben könnten.

          Und sonst: Geht die Diskussion um das Grundrente-Konzept von Arbeitsminister Heil weiter. Lesen Sie dazu den Kommentar von F.A.Z.-Herausgeber Holger Steltzner. Findet heute Abend der traditionelle Empfang der Oscar-Anwärter in Los Angeles statt. Besucht Verteidigungsministerin Von der Leyen deutsche Soldaten in Litauen. Beginnt das „Zukunftsforum Automobil“ der Bayerischen Staatsregierung mit Ministerpräsident Söder, Bundesverkehrsminister Scheuer und Vertretern der Autoindustrie. Ist heute Weltkrebstag. Soll heute am Hamburger Flughafen gestreikt werden.

          Die Nacht in Kürze

          Maduro weist europäisches Ultimatum zurück: Venezuelas Staatschef hat ein Ultimatum mehrerer EU-Staaten verstreichen lassen. Die Europäer wollen nun Parlamentschef Juan Guaidó als Übergangspräsidenten anerkennen.

          Amerika schickt 3750 weitere Soldaten an die Grenze zu Mexiko: Um illegale Einwanderer aufzuhalten, entsendet die amerikanische Armee mehr Truppen an die Südgrenze. Die Zahl der eingesetzten Soldaten erhöht sich dadurch drastisch.

          Vermisstes Flugzeug gefunden: Knapp zwei Wochen nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges mit dem Fußballprofi Emiliano Sala an Bord haben britische Ermittler die Maschine im Ärmelkanal gefunden. Dabei waren mehrere Spezialschiffe im Einsatz.

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          Es gibt kaum eine Show, von der Popmusiker so sehr träumen wie von der Halbzeit-Show des Super Bowl. In diesem Jahr sagten die Superstars aber ab. Also kamen Maroon 5. Und das war für niemanden besonders schön.

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