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FAZ.NET-Sprinter : Der Kommissar geht um

Unser Sprinter-Autor: Thomas Holl Bild: Robert Wenkemann

Von den Vengaboys bis zum verstorbenen Wiener Popkönig Falco: Das Ibiza-Video der gefallenen FPÖ-Größen Strache und Gudenus liefert Österreich derzeit gleich mehrere Soundtracks. Was sonst noch wichtig ist, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Nicht nur die zu Recht längst vergessene holländische Partyband Vengaboys erfreut sich in Österreich dank der wodkaseligen FPÖ-Plaudertaschen Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus eines Blitz-Comebacks ihres Ballermann-Hits „We're going to Ibiza“. Auch der 1998 verstorbene Wiener Popkönig Falco könnte posthum noch den Soundtrack zu der Affäre um einen Abend in einer vermeintlichen Oligarchen-Villa auf der spanischen Insel Ibiza liefern. „Drah' di net um, schau, schau der Kommissar geht um,“ heißt es dann mit Blick auf wahrscheinliche Ermittlungen der österreichischen Justiz zu angeblichen schwarzen Spendenkassen der FPÖ und anderer Parteien, von denen Strache unter Einfluss von Red Bull („verleiht Flügel“) und anderen stimulierenden Substanzen fabulierte. Zudem wird in den nächsten Tagen und Wochen das Rätselraten und Detektivspiel weitergehen, wer den rechtspopulistischen Polit-Machos vor zwei Jahren die perfekte Falle stellte. Wer sie beim Prahlen mit dicker Hose vor versteckten Kameras filmte und abhörte, um dann das brisante Material vor der Europawahl der „Süddeutschen Zeitung“ und dem „Spiegel“ zu übergeben. Warum zwar das Verbreiten solch heimlich aufgenommener Äußerungen über in Aussicht gestellte millionenschwere Gefälligkeiten an einen russischen Milliardär und den angestrebten Kauf der einflussreichsten Zeitung der Alpenrepublik von der Pressefreiheit gedeckt ist, aber das Abhören von Strache und Gudenus selbst den Tatbestand einer Straftat erfüllt, erklärt Reinhard Müller in seinem Beitrag.

          Thomas Holl

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online.

          Ob sich nach der von Bundeskanzler Sebastian Kurz bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen beantragten Entlassung des FPÖ-Innenministers Herbert Kickl und des daraufhin angekündigten Rückzugs aller rechtspopulistischer Minister die Regierungskrise zur Staatskrise ausweitet, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Ein von der FPÖ unterstütztes Misstrauensvotum aus der Opposition könnte Kurz zu Fall bringen und Österreich ins politische Chaos stürzen.

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          „Ibiza-Gate“ und die Folgen über Österreich hinaus beschäftigte am Montagabend auch die Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien, die in der ARD über die Europawahl diskutierten. Ob der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen, der schon in der Talkshow „Anne Will“ am Sonntag den denkwürdigen Auftritt der jäh und tief gefallenen FPÖ-Granden angeblich ganz entspannt zur Kenntnis nahm, dabei ebenso gut gelaunt mit der Ibiza-Affäre umgegangen ist, lesen Sie in der TV-Kritik von Hans Hütt.

          Mit Spannung wird neben dem Abschneiden der Rechtspopulisten bei der Europawahl am kommenden Sonntag das Ergebnis der AfD in Bremen erwartet. Ob das Beben in Österreich auch die Wähler im kleinsten Bundesland im hohen Norden bei ihrer Entscheidung für oder gegen die AfD beeinflusst, wird sich dann zeigen. Schon jetzt jedenfalls scheint absehbar, wie mein Kollege Reinhard Bingener schreibt, dass der harte rechte Kurs des AfD-Spitzenkandidaten und früheren Mitglieds der moskautreuen DKP, Frank Magnitz in der Hansestadt kein Erfolgsrezept ist.

          Und sonst? Empfängt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Maxima in Potsdam. Besucht Außenminister Heiko Maas Hamburg und hält eine Rede zur „Neuen Weltunordnung“, steht die Hambacher-Forst-Aktivistin „Die Eule“ in Köln vor Gericht.

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          Abgeordnete aus mehreren Parteien erwägen ein neues Sanktionsgesetz gegen Menschenrechtsverstöße. Es soll sich am sogenannten Magnizki-Gesetz der Vereinigten Staaten orientieren.

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