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FAZ.NET-Sprinter : Den Hass entlarvt

  • -Aktualisiert am

Bild: Privat/Facebook

Ein Video aus Berlin macht sprachlos. Spätestens jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Was heute Hoffnung macht, steht im Sprinter.

          Krieg ist für uns Deutsche sehr weit weg, zeitlich und räumlich. Das ist ein großer Segen, aber es macht auch vergesslich. Doch spätestens seit gestern kann niemand mehr behaupten, dass er nichts mitbekommen hat vom aufflammenden Hass auf Juden in Deutschland. Ein junger Mann hat gefilmt, wie ein anderer junger Mann ihn auf offener Straße mit einem Gürtel verprügelt. Das Motiv dafür: Der Attackierte trug eine Kippa. Gestern Abend äußerte sich das Opfer: er sei kein Jude – das Tragen der Kippa war wohl ein Experiment. So unmittelbar und eindrücklich kann keine Sonntagsrede den dummen, dumpfen und abscheulichen Antisemitismus beschreiben, der sich in Deutschland breitmacht. „Der zivilisatorische Firnis ist dünn, das große Tabu gibt es nicht mehr“, schreibt mein Kollege Reinhard Müller in seinem Kommentar. Traurig, dass er damit recht hat. 70 Jahre nach der Gründung Israels, 75 Jahre nach dem Beginn des Aufstands im Warschauer Getto und wenige Tage, nachdem Rapper einen Musik-Preis für ein Album bekommen haben, dass im besten Fall dämlich und im schlimmsten antisemitisch ist.

          Die Bundeskanzlerin hat deutlich Stellung bezogen gegen diesen Hass. Für Angela Merkel steht heute Abend etwas angenehmeres in ihrem Terminplan. Dann empfängt sie mal wieder Bill und Melinda Gates zum Gespräch. Die mächtigste Frau und das reichste Ehepaar der Welt in einem Raum. Nicht schlecht. Vielleicht erklärt der Microsoft-Gründer der Kanzlerin noch ein bisschen die Digitalisierung. Das sollte man nicht allein der autonomen Helikopter-Beauftragten Dorothee Bär überlassen.

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          Überhaupt, dieses Internet. Im Moment scheint es so unklar, wie nie, ob es die Menschheit wirklich voranbringt oder nicht. Auch mancher Presseverlag weiß darauf noch keine Antwort, schließlich hat das freie Netz jahrhundertealte Geschäftsmodelle über den Haufen geworfen. Der Axel-Springer-Verlag will wenigstens weiterhin mit Werbung Geld verdienen. Deshalb geht er rechtlich gegen einen Anbieter von Werbelockern im Internet vor. Heute verhandelt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe darüber.

          Und sonst: Stellen die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Frühjahrsprognose vor. Wird das alles andere als demokratische Parlament Kubas offiziell den Nachfolger von Präsident Raul Castro wählen. Und beginnen IWF und Weltbank ihr Frühjahrstreffen.

          Die Nacht in Kürze:

          Donald Trump traf sich mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in seinem Domizil in Florida. Dabei standen der Atomkonflikt mit Nordkorea und Handelsfragen im Mittelpunkt. Trump sprach von einem „historischen Moment“ - sollte das Treffen mit Kim Jong-un zustande kommen.

          Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde hofft zwar auch auf einen Erfolg des amerikanisch-nordkoreanischen Treffens, sieht jedoch „noch keinen Anlass zur Entwarnung“.

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist in Washington eingetroffen, wo er sich im Weißen Haus unter anderem mit Vize-Präsident Mike Pence zu einem Meinungsaustausch treffen wird.

          Das Nasa-Weltraumteleskop „Tess“ ist erfolgreich ins All gestartet, um dort nach neuen Planeten zu suchen.

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