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FAZ.NET-Sprinter : Britischer Abschied oder Respektschelle?

Unser Sprinter-Autor: Sebastian Eder Bild: Robert Wenkemann

Was könnte das Unwort des Frühjahrs werden? An einem Tag wie heute hätten wir da einige Vorschläge. Was heute sonst noch wichtig wird, lesen Sie im FAZ.NET-Sprinter.

          Um das Unwort des Jahres zu küren, ist es noch ein bisschen früh. Aber ein paar Kandidaten kristallisieren sich langsam heraus. Alleine, weil es einfach nicht verschwinden will, steht das Wort „Brexit“ zumindest bei mir relativ weit oben auf der Liste – seit gestern dicht gefolgt vom „britischen Abschied“, der auf Twitter als Gegenstück zum „polnischen Abschied“ ins Spiel gebracht wurde. Während zweiteres das Verhalten eines Partygasts beschreibt, der einfach geht, ohne sich zu verabschieden, soll mit ersterem künftig ein Gast beschrieben werden, der sich ständig verabschiedet – aber einfach nicht geht. Das mag ganz lustig sein, ist politisch aber natürlich auf vielen Ebenen völlig inkorrekt, und somit ein guter „Unwort“-Kandidat.

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Relativ chancenlos dürfte der Ausdruck allerdings gegen eine Wortschöpfung sein, die dank Heidi Klum und der neuen Folge ihrer Möchtegern-Model-Sendung am Donnerstag ins Gespräch kommen wird: „Respektschelle“. So hat eine Kandidatin ihre Attacke auf eine Mitstreiterin genannt, nach der Klum sie laut „Bild“ mit folgenden Worten aus der Sendung beförderte: „Man kann sich mit Worten schlagen, aber man kann sich nicht mit Händen schlagen.“ Und für Tiefschläge mit Worten ist immer noch Klum zuständig.

          Dass Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung am Morgen in Berlin das Wort „Respektschelle“ benutzt, ist relativ unwahrscheinlich. Unvermeidlich wird dagegen „Brexit“ sein, immerhin geht es in der Rede um den EU-Gipfel in Brüssel, zu dem Merkel danach reisen wird. Dort beraten 27 Länder am Donnerstag zunächst ohne Großbritannien über das britische Anliegen, den Brexit zu verschieben. In seinem Kommentar zu diesem „irren Brexit-Karussell“ schreibt F.A.Z.-Außenpolitik-Chef Klaus-Dieter Frankenberger: „Londons Partner sollten sich nicht stur stellen, aber auch ihre Geduld geht einmal zu Ende.“ Das sieht Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ähnlich, der am Mittwochmorgen – während er „quietschfidel“ auf seinem Bett saß – dem Deutschlandfunk sagte: „Auch Gott hat einen Geduldsfaden, der irgendwann reißt.“ Hoffentlich verteilt er dann keine Respektschellen.

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          In Brüssel sprechen die EU-Staats- und Regierungschefs nicht nur über den Brexit, sondern nebenbei noch über Wachstum und Beschäftigung, Klimaschutz und die EU-Beziehungen mit China. Passend dazu trifft Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Donnerstag zu einem Besuch in Europa ein – allerdings nicht in Belgien, sondern in Italien. Friederike Böge, China-Korrespondentin der F.A.Z., beschreibt in ihrem Leitartikel, warum Xi Jinping lieber mit einzelnen Mitgliedsstaaten als mit der gesamten EU verhandelt: „So sitzt Peking am längeren Hebel, gewährt jenen Zugang zum eigenen Markt, die nach seinen Regeln spielen, und straft andere ab, die sich kritisch über Chinas Gebaren äußern.“ Warum dieser Plan zumindest bei einem chinesischen Großprojekt nicht aufgehen könnte, erfahren Sie hier.

          Und sonst: Verhandelt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zur Haftung von Lehrern bei Notfällen im Sportunterricht. Geht es bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin um den Streit um Kürzungspläne des Bundes für die Flüchtlingshilfe. Und wird der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen.

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          Die mögliche Verschiebung des Brexits beschäftigt Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Die Krise um den EU-Austritt Großbritanniens überschattet den EU-Frühjahrsgipfel.

          Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ändert nach dem Massaker von Christchurch mit sofortiger Wirkung das Waffenrecht. Halbautomatische Waffen sind nun verboten.

          Der Bundesrechnungshof hat Grenzüberschreitungen bei den Ausgaben für ehemalige Kanzler und Bundespräsidenten kritisiert. Als Reaktion darauf sollen künftig strengere Regeln gelten.

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