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FAZ.NET-Sprinter : Boni für die Spar-Apostel

Verteilungskampf bei Opel Bild: Reuters

Bei Opel tobt ein Verteilungskampf, in Brüssel wird über den nächsten EU-Haushalt gefeilscht. Und in Washington ist der Handelskonflikt eines der heiklen Themen beim Besuch von Macron bei Trump.

          Heute ist Großkampftag für Opel. Die beiden Schauplätze, an denen es um die Zukunft des deutschen Traditionskonzerns geht, liegen knapp 800 Kilometer auseinander: Eisenach in Thüringen und Rueil-Malmaison bei Paris. In dem ostdeutschen Opel-Standort haben Betriebsrat und IG Metall zur Betriebsversammlung aufgerufen. Die Opelaner kämpfen gegen die Forderungen der Geschäftsleitung, die von den 19.000 deutschen Mitarbeitern fordert, auf die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent sowie das Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Nur dann fließt Geld für weitere Investitionen, heißt es. Viele Beschäftigte halten das für Erpressung und werden ihrem Ärger heute Luft machen. Die Opel-Verantwortlichen fühlen sich falsch wiedergegeben und halten dagegen. Unser Automobil-Redakteur Martin Gropp ist für Sie vor Ort und verfolgt unter anderem, was Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) in Eisenach zu sagen hat. Was die Stimmung weiter anheizen dürfte: Am Vormittag beginnt bei Paris die Hauptversammlung des französischen Konzerns PSA Peugeot Citroen, zu dem Opel seit dem vergangenen Jahr gehört. Auf der Tagesordnung steht ein Bonus von 1 Million Euro für PSA-Chef Carlos Tavares, über den die Aktionäre abzustimmen haben. Die Begründung für die Bonuszahlung? Den Umbauplan für Opel hat die Konzernführung „in nur 100 Tagen“ aufgelegt. Ob da noch eine deutsch-französische Freundschaft draus wird?

          Der Verteilungskampf tobt nicht nur bei Opel, sondern auch in Brüssel. Dort wird aktuell über den nächsten EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 gefeilscht, es geht um einen dreistelligen Milliardenbetrag. In unserer heutigen Ausgabe ist nachzulesen, wie sich die EU-Kommission die Verteilung der Strukturhilfen, Agrarsubventionen und sonstigen Mitteln vorstellt: Staaten, die es mit dem Rechtsstaat nicht so genau nehmen, sollen abgestraft werden; Gelder von Osteuropa in Richtung Süden umverteilt werden. Entscheiden soll darüber in erster Linie die EU-Kommission selbst und nicht mehr so sehr die Mitgliedstaaten. Die Kommission spielt ein gefährliches Spiel, kommentiert unser Brüssel-Korrespondent Hendrik Kafsack. Wenn sie die Osteuropäer derart in die Zange nehme, „droht die Atmosphäre schon zum Auftakt der Gespräche über das Geld ganz vergiftet zu werden“.

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          Für gefährliche Spiele ist ja eigentlich ein anderer zuständig: Donald Trump. Der amerikanische Präsident dürfte sich heute ausnahmsweise mal zahm geben – und staatsmännisch. Trump empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum dreitägigen Staatsbesuch. Am frühen Abend unserer Zeit treten beide im Rosengarten des Weißen Hauses vor die Presse. Syrien, Iran, Handelskonflikt – die Welt darf gespannt sein, was die beiden Männer zu sagen haben.

          Und sonst? Grönland wählt ein neues Parlament. Das ist wichtig, weil es dabei auch um die Nutzung der riesigen Bodenschätze geht. Grönland gehört zu Dänemark und ist finanziell von dem Land abhängig. Künftig könnte sich das Stück für Stück ändern. Amazon-Chef Jeff Bezos bekommt in Berlin einen Preis verliehen. Proteste deutscher Mitarbeiter, die die Arbeitsbedingungen in dem Konzern anprangern, sind programmiert. Außenminister Heiko Maas besucht die Vereinten Nationen. Er wirbt für einen Sitz für Deutschland im Sicherheitsrat in den Jahren 2019/2020. 

          Die Nacht in Kürze

          Trümmer, Blutspuren, Tote und Verletzte – es ist ein Bild des Grauens, dass sich im kanadischen Toronto bietet. Ein 25-Jähriger ist mit einem Lieferwagen gezielt in eine Menschenmenge gerast.  Der Täter handelte vorsätzlich, sein Motiv ist  noch unklar.

          Der türkische Außenminister will auf der Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Brandanschlags von Solingen sprechen. Die FDP warnt vor einem Wahlkampfauftritt, auch die CDU fordert ein Verbot. Außenminister Maas sieht es anders.

          Extremismus auf Facebook ist ein großes Problem. Bislang verwies die Internet-Plattform immer auf ihre Algorithmen. Dann machten die Behörden Druck. Nun hat das Unternehmen endlich reagiert.

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          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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