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FAZ.NET-Sprinter : Aufstieg der Spalter

Die Mannschaft um sich scharren: Das konnte nicht nur Robert Kennedy. Bild: Picture-Alliance

Neue Helden sind gefragt, erst recht in Zeiten, da die Populisten immer mächtiger werden. Was Robert Kennedy und Alexander Gerst damit zu tun haben, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          2 Min.

          Heute vor 50 Jahren ist Robert Kennedy gestorben. Das ist an sich kein Satz, mit dem man einen morgendlichen Sprinter beginnen sollte, in dem es um die wichtigsten aktuellen Themen geht. Aber sei's drum, der Mann, der ebenso wie sein älterer Bruder John F. Kennedy einem Attentat zum Opfer fiel, fasziniert auch heute noch, und dabei lasse ich die Verschwörungstheorien rund um die Todesumstände beiseite. Es geht um die Parallelen zwischen 1968 und 2018: Das Amerika Kennedys war tief gespalten durch den Vietnamkrieg und die Rassenunruhen nach der Ermordung Martin Luther Kings. Kennedy war ein Versprechen auf Versöhnung; der Mann war zwar widersprüchlich und kein Engel, aber ein Brückenbauer, der sich charakterlich entwickeln konnte (und zwar positiv!). Nach Ansicht unseres Gastautors Franz-Stefan Gady vertrat Kennedy einen „inklusiven Populismus“, also einen Populismus im besseren Sinne, ohne Rassismus und ohne Minderheiten als Sündenböcke zu deklarieren, um die eigenen Mannschaft hinter sich zu scharen. Spätestens hier ist die Beschäftigung mit Kennedy ein Kommentar zur Lage der Nationen, zu Trumps Amerika und zur AfD in Deutschland. Und längst mehr: Der Aufstieg der Spalter beschäftigt auch Ökonomen wie Indiens früheren Zentralbank-Gouverneur Raghuram Rajan, der vor den Folgen des neuen Populismus auf die weltweite wirtschaftliche Entwicklung warnt, mit einer interessanten psychologischen Begründung, die Sie hier lesen können.

          Aber bevor wir uns hier in vollendeter Beseeltheit amerikanischen Heldenfiguren hingeben, zurück zur deutschen Pathos-Variante der eher pragmatischen Sorte: Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Bundestages stellt sich heute die Regierungschefin direkt den Fragen der Abgeordneten, und zwar nicht zu einem von der Regierung vorgegebenen Thema, und auch nicht vertreten durch Parlamentarische Staatssekretäre. Das klingt noch nicht nach Revolution im Hohen Haus, ist aber in diesen Tagen umso spannender, da sich Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherlich einige unangenehme Fragen zum Bamf-Skandal wird anhören müssen. Der ehemalige Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise legt in der Affäre nach und wirft den Verantwortlichen mangelnde Weitsicht vor. Dass die Bundesländer allerdings auch ihren Anteil an der Überforderung der Asyl-Verwaltung hatten, darauf macht F.A.Z.-Innenpolitik-Chef Jasper von Altenbockum in seinem Kommentar aufmerksam.

          So, jetzt doch noch ein bisschen Pathos unter maßgeblicher deutscher Beteiligung, ein Stück Heldenverehrung 2018: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst soll heute um 13.12 Uhr an Bord einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur zur Raumstation ISS fliegen. Und das zum zweiten Mal, denn vor vier Jahren verbrachte er dort bereits sechs Monate, der gleiche Zeitraum soll es auch dieses Mal werden. Von August an soll er gar der Kommandant der Station sein, Captain Gerst sozusagen. Damit wäre er der erste Deutsche, dem die Ehre zuteil würde, hier lesen Sie ein Porträt.

          Und sonst: Trifft EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und später auch Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Stimmt die italienische Abgeordnetenkammer über die neue Regierung ab. Trifft Israels Premier Benjamin Netanjahu in London auf Theresa May. Trifft Angelique Kerber im Viertelfinale der French Open auf die Rumänin Simona Halep.

          Die Nacht in Kürze

          Facebook gibt zu, seine Nutzerdaten mit chinesischen Firmen zu teilen. Besonders pikant dabei: Amerikas Geheimdienste warnen vor mindestens einem dieser Kooperationspartner – wegen Sicherheitsbedenken.

          Hessens Innenminister Beuth will Kindergärten, Schulen, Bahnhöfe besser schützen. Dafür soll das bundesweite Waffenverbot überarbeitet werden. Man dürfe nicht warten, bis etwas passiert, warnt Beuth.

          Bei Tesla läuft es nicht rund: Einige Aktionäre planten schon den Aufstand gegen Elon Musk. Doch der Firmenchef erhält auf der Hauptversammlung breite Unterstützung – und geht in die Offensive.

          Als wäre die Katastrophe noch nicht schlimm genug: Dutzende Tote, überall Asche und Staub. Doch nun ist der Volcán de Fuego in Guatemala wieder ausgebrochen. Retter und Arbeiter werden aus dem Gefahrengebiet gebracht.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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