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FAZ.NET-Sprinter : Angst vor einem Handelskrieg

Gegenüber der EU zeigte Donald Trump vorerst noch seine „sanfte“ Seite – gegenüber China fielen die Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten hingegen eher robust aus. Bild: dpa

Amerikas Schutzzölle sind in Kraft. Horst Seehofer kann zum Gegenschlag ausholen. Mark Zuckerberg steht weiter unter Druck. Was sonst noch wichtig ist, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Seit 5.01 Uhr ist es soweit. Amerikas Schutzzölle sind in Kraft getreten: 25 Prozent auf Stahl, 10 Prozent auf Aluminium. Die Angst vor einem Handelskrieg mit China hat schon für Kursstürze an den Börsen gesorgt. Dass die EU und damit Deutschland von der Maßnahme (vorerst) verschont geblieben sind, war der Kanzlerin am Donnerstag ein öffentliches Hoch auf den eigenen Kontinent wert. Doch aufgeschobene Schutzzölle sind nicht aufgehoben, der Zeitgewinn bedeutet noch keine Einigung. Der Wert der eigenen Verhandlungskünste bemisst sich nach dem, was Europa mit der amerikanischen Regierung am Ende ausgehandelt haben wird. Dabei sind sich die Trump-Deuter diesseits des Atlantiks alles andere als einig darüber, wie man mit dem obersten Provokateur und „Dealmaker“ der Vereinigten Staaten am besten umgeht. Sanft oder robust? Mehr dazu lesen Sie im Leitartikel des Tages von Majid Sattar.

          Sanft oder robust, diese Frage stellt sich auch, wenn Horst Seehofer (CSU) an diesem Freitag ans Rednerpult tritt. Deutschlands neuer Innenminister eröffnet um 9 Uhr den dritten und letzten Teil des traditionellen Redemarathons zum Auftakt der Regierungssaison. Gemessen an dem, was Seehofer in den wenigen Tagen seit seiner Ernennung in Interviews schon gesagt hat, liegt vor dem obersten Innen-, Heimat- und Bauzuständigen des Landes in den kommenden Jahren ein gigantisches Programm. Einen Politikwechsel will er einläuten. Seine oberste Priorität hat er dabei bereits benannt: „Das Allerwichtigste ist, dass wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt wollen“, so Seehofer am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Wie das mit seiner These zusammenpasst, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, könnte er heute erklären. Ob er beides tatsächlich unter einen Hut bekommt, bleibt abzuwarten. Die Deutschen jedenfalls hat er mit der wieder aufgewärmten Debatte erst einmal gespalten.

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          Der Facebook-Datenskandal dürfte derweil am Freitag weitere Kreise ziehen. Die Entschuldigung Mark Zuckerbergs für den mutmaßlichen Missbrauch der Daten von 50 Millionen Nutzern seines sozialen Netzwerks durch die Firma Cambridge Analytica ist verpufft. So wichtig das gigantische Material auch für die Kampagne und schließlich den Sieg Donald Trumps beim Präsidentschaftswahlkampf 2016 gewesen sein mag – die Wahlkämpfer von Amtsvorgänger Barack Obama verfügten über viel mehr Facebook-Daten als später das Trump-Lager. Justus Bender und Morten Freidel über die Hintergründe.

          Und sonst? Parallel zur Aussprache im Bundestag diskutiert der Bundesrat heute darüber, das Waffenrecht zu verschärfen. Die Staats- und Regierungschefs der verbleibenden EU-Mitglieder beraten in Brüssel über den Brexit und die nächste Etappe der Verhandlungen mit Großbritannien. In Italien tritt zum ersten Mal nach den jüngsten Wahlen das Parlament zusammen. Die Sitzung gilt als Auftakt für die (selbst nach italienischen Maßstäben) schwierigen Koalitionsverhandlungen. Der Online-Speicherdienst Dropbox geht an die New Yorker Börse.

          Die Nacht in Kürze

          Die Gefahr eines Handelskrieges wächst weiter: China hat konkrete Vergeltungsmaßnahmen angekündigt und plant Zölle gegen Amerika für Produkte im Wert von rund drei Milliarden Dollar.

          Auch die Europäer können nur kurz aufatmen: Wie das Weiße Haus mitteilte, sind sie von den geplanten Importzöllen auf Stahl und Aluminium nur bis zum 1. Mai ausgenommen. Kanzlerin Angela Merkel gibt noch keine Entwarnung.

          Präsident Donald Trump baut sein Team unterdessen weiter um: Er ersetzt  Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster durch den früheren amerikanischen Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton. Der neue Mann gilt als außenpolitischer Falke.

          Auch im Konflikt zwischen Europa und Russland gibt es keine Entspannung: Wegen des Giftanschlags auf Ex-Spion Sergej Skripal ziehen die Europäer zunächst ihren Botschafter aus Moskau ab.

          Das alles sorgt an der Börse für Unruhe: Der japanische Nikkei-Index brach zeitweise um mehr als 4 Prozent ein.

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