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FAZ.NET-Sprinter : AKK – gänzlich unironisch

Unser Sprinter-Autor: Oliver Georgi Bild: Robert Wenkemann

Was Satire darf und was nicht, darüber streitet auch heute wieder Deutschland. Trump macht sich auf ins Katastrophengebiet, die Union hat die Houellebecq-Frage auf dem Tisch und nicht nur Berlin feiert heute den Internationalen Frauentag. Das Wichtigste des Tages im FAZ.NET-Sprinter.

          Selbst an einem durchschnittlich trüben Nachrichtentag ist ja vieles unvorhersehbar. Ein Tweet mit dem falschen Fuß von Donald Trump, und aus kleinen nordkoreanischen Raketenmännern können binnen Sekunden beste Freunde werden. Oder wieder retour, wer weiß das schon. Dann aber gibt es auch immer wieder Themen, deren Konjunktur so berechenbar ist wie der Aktienkurs von Tesla nach einem Interview von Elon Musk. Nehmen Sie nur das Thema Humor, das in Deutschland gemeinhin ja eher einem Trümmerfeld gleicht: Was darf Satire, was geht noch als beißende Ironie durch und was schon als Diskriminierung sexueller Minderheiten? Ist in der Bütt (fast) alles erlaubt, auch wenn es mal wehtut – oder hat auch der schärfste Humor eine Schmerzgrenze, und wenn ja: welche? Auch an diesem Freitag wird Deutschland erregt über diese Fragen diskutieren, das seit dem „Stelter-Gate“ über Frauen mit Doppelnamen und dem Faschingswitz der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer über Intersexuelle in zwei Lager gespalten ist. Am Abend wird „AKK“, wie sie – gänzlich unironisch – von vielen genannt wird, zum politischen Fischessen bei der CSU Nürnberg zu Gast sein. Und man darf sicher sein, dass die Causa Toiletten auch dort ein Thema sein wird.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          In diesem lesenswerten Interview über Satire, Politik und „Reinheitswahn“ lotet Bernd Eilert von der Neuen Frankfurter Schule seine persönlichen Humorgrenzen aus – und erklärt, warum er es „inquisitorisch“ findet, wenn von Politikern immer „Authentizität“ gefordert wird, diese dann aber öffentlich bloß keinen Anstoß erregen sollen.

          Von einem anderen prominenten Zeitgenossen, dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, wissen wir hingegen bis heute nicht, ob er den Begriff „Anstoß erregen“ überhaupt emotional und intellektuell verarbeiten kann. Heute, am Internationalen Frauentag, der am Nachmittag auch in Berlin mit einer Demonstration begangen wird, wäre eigentlich eine schöne Gelegenheit für ihn, seine grundsätzliche Einstellung dem anderen Geschlecht gegenüber zu überdenken. Aber auch dazu wird es wohl nicht kommen. Nach den verheerenden Tornados vom Sonntag besucht Mr. President heute das Katastrophengebiet in Georgia und Alabama. Spannend dürfte dabei auch die Frage werden, ob First Lady Melania mit ihrem Gatten reist – und ob sie wieder eine so stilsichere Kleiderwahl trifft wie im Sommer 2017, als sie in Stöckelschuhen ins Flutgebiet nach Texas eilte. Trump dürfte die Bilder aus Georgia und Alabama als willkommene Ablenkung von den trüben Kümmernissen der Hauptstadt Washington begreifen, die auf den Bericht des Russland-Ermittlers Robert Mueller wartet. Der könnte für Trump ebenfalls verheerende Folgen haben. Im Flutgebiet wird der Präsident sich am Freitag mutmaßlich als größter Kümmerer des Planeten inszenieren. Der Titel des größten Dealmakers aller Zeiten, der Tim Cook zu Tim Apple macht, ist nach dem abgebrochenen Gipfel in Hanoi ja auch vorerst vakant.

          Innenpolitisch wird am Freitag vor allem die Frage debattiert werden, ob die deutschen Sicherheitsbehörden Hinweisen auf mögliche Kriegsverbrecher unter Asylsuchenden seit 2014 angemessen nachgegangen ist. Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat am Donnerstag Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Behörden Tausende Hinweise ignoriert hätten. Trotzdem will er das Vorgehen der Behörden nun untersuchen lassen. Fortsetzung folgt ebenso wie in der Frage, ob man sich einen Muslim als deutschen Kanzler vorstellen und dieses Gedankenspiel als CDU-Fraktionsvorsitzender auch äußern kann.

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          Und sonst: Wird in China der Volkskongress mit der Plenarsitzung fortgesetzt. Treffen sich die EU-Justizminister in Brüssel. Diskutiert der UN-Sicherheitsrat in New York über die Einsätze in Haiti und im Sudan. Berät die Bundesregierung nach der Ausweisung des deutschen Botschafter aus Caracas weiter über die Venezuela-Krise.

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